World of Tanks

Im Review zu World of Tanks erfahrt ihr, was diesen Titel zum erfolgreichsten Browserspiel aller Zeiten macht.

Review

Große Auswahl

Spannende Gefechte und jede Menge Taktik erwarten euch im Clientgame World of Tanks, in dem ihr das Kommando über einen von zahlreichen Panzern aus der Ära des Zweiten Weltkriegs übernehmt.

Anders als in vielen MMOs müsst ihr euch zu Beginn des Spiels nicht für eine Fraktion oder eine Klasse entscheiden. Zwar gibt es in World of Tanks derzeit sechs verschiedene Nationen (USA, UdSSR, Frankreich, Großbritannien, China und Deutschland), aber für welche ihr euch entscheidet, steht euch frei; ihr könnt nämlich im späteren Spielverlauf auch munter die Fraktion wechseln. Da in den Gefechten nicht einzelne Nationen gegeneinander antreten, sondern in jedem Team Gefährte aller vier Fraktionen auftauchen, hat dies keinen Auswirkungen auf die Zusammensetzung.

Jede der vier Nationen verfügt über zahlreiche Panzerfahrzeuge, die sich in verschiedene Kategorien aufteilen: Neben leichten und mittleren Panzern warten Panzerjäger, Panzerartillerie und später sogar schwere Panzer darauf, von euch gesteuert zu werden. Jede Klasse verfügt dabei über ganz unterschiedliche Eigenschaften und Fähigkeiten, die sich direkt auf das Spielgeschehen und eure Spielweise auswirken. Während leichte Panzer sehr wendig sind und schnell über die Karte rattern, fehlen ihnen eine starke Panzerung und die Feuerkraft, um es alleine mit dicken Brocken aufzunehmen. Wählt ihr dagegen eine schwerere Variante, könnt ihr dank der Panzerung gleich mehrere Treffer aushalten, rollt dafür aber nur gemächlich über das Spielfeld und braucht lange, bis ihr euer Geschütz ausgerichtet habt.

Zu Beginn verfügt über vier Leichte Panzer; jeweils einen pro Nation. Diese sind in sogenannten Slots geparkt, von denen ihr anfangs über fünf Stück verfügt. Wollt ihr euch ein neues und besseres Gefährt zulegen, müsst ihr über einen freien Slot verfügen. Sollten alle besetzt sein heißt es entweder ein Fahrzeug aus dem eigenen Fuhrpark verkaufen oder mit echtem Geld einen neuen Platz hinzukaufen.


Auf ins Gefecht

Sobald ihr euch für einen Panzer entschieden habt, könnt ihr sogleich in ein Gefecht einsteigen; vorausgesetzt ihr habt zuvor für ausreichend Munition gesorgt. Auf den Karten stehen sich dann zwei Teams mit zahlreichen Spielern gegenüber, die innerhalb eines vorgegebenen Zeitlimits danach trachten, die jeweils gegnerische Mannschaft komplett zu eliminieren oder aber die feindliche Basis einzunehmen, indem sie sich für eine gewisse Zeit darin aufhalten.

Die Karten sind dabei nicht nur riesig groß, sondern bieten auch viele Details und Objekte, die ihr zu eurem Vorteil nutzen könnt: Überall findet ihr Büsche und Wälder, Seen und Städte, die euch wahlweise Deckung bieten oder euer Vorankommen vielleicht sogar erschweren können. World of Tanks ist dabei durchaus realistisch: Wenn ihr mit eurem Stahlkollos in einen Wald hineinfahrt, werden reihenweise Bäume vor euch umknicken, sodass ihr eine Schneise der Verwüstung hinterlasst. Aber Vorsicht: damit werdet ihr zu einem leichten Ziel für eure Gegner, denn selbst wenn sie euer Fahrzeug noch nicht entdeckt haben, kann man fallende Bäume schon von Weitem erkennen.

Auch die urbanen Gebiete sind vor euch nicht sicher, denn Zäune und Mauern sind für die Gefährte meist kein Problem. Nur bei größeren Steingebäuden müsst ihr passen und diese umfahren. Trotzdem solltet ihr stets vorsichtig vorgehen, denn eure Sichtweite ist stark begrenzt, sodass ihr im schlimmsten Fall einen Gegner erst entdeckt, wenn ihr um die nächste Ecke biegt und in sein Kanonenrohr blickt.


Viel Realismus

World of Tanks setzt auf ein realistisches Schadensmodell, dass Treffer akkurat simuliert. Werdet ihr von einem feindlichen Geschoss getroffen, erleiden die verschiedenen Teile eures Gefährts Schaden, abhängig von der jeweiligen Trefferzone. Wer Pech hat, verliert so gleich beim ersten Einschlag seine Kette und ist damit fortan bewegungsunfähig. Wird dagegen euer Geschütz getroffen, leidet fortan die Zielgenauigkeit. Zudem sinkt mit jedem Treffer die Zahl der „Lebenspunkte“ eures Panzers. Sinkt sie gar auf null, explodiert euer Gefährt und beendet damit für euch die Runde.

Je nach Panzerart richten gegnerische Treffer aber unterschiedlich viel Schaden an oder prallen manchmal sogar wirkungslos ab. Dies solltet ihr aber eurerseits ebenfalls bedenken, wenn ihr einen gegnerischen Spieler angreift: Ein frontaler Angriff ist meistens sinnlos, da viele der Panzer eine starke Frontpanzerung haben. Besser ist es, sich seitlich oder von hinten an den Gegner heranzutasten und dann seine Schwachstellen auszunutzen. Dazu könnt ihr eurem Kanonier dank Autotargeting das Zielen überlassen und müsst dann nur noch den Abzug betätigen. Oder aber ihr zielt selbst und versucht ganz bewusst die Schwachstellen zu erwischen, was gerade auf größere Distanzen deutlich effektiver sein kann.

Apropos Kanonier: Jedes eurer Gefährte verfügt über eine Mannschaft, die mindestens aus dem Kommandanten, einem Fahrer und einem Schützen besteht. Diese verbessert durch ihre Fähigkeiten die Statuswerte eures Panzers und bringt beispielsweise eine erhöhte Sichtweite oder schnellere Ladezeiten. Größere und schwerere Fahrzeuge verfügen sogar über noch mehr Besatzung; sollte aber einer dieser Männer durch einen feindlichen Treffer getötet werden, müsst ihr fortan mit erheblichen Einschränkungen kämpfen.


Forschung und Upgrades

Für jede Aktion im Spiel erhaltet ihr nicht nur Credits, sondern auch Erfahrungspunkte. Diese benötigt ihr, um im Forschungsmenü neue Upgrades für den bestehenden Panzer zu erforschen oder gar komplett neue Gefährte freizuschalten. Habt ihr genug Forschungspunkte zusammen, müsst ihr das Upgrade nur noch mit den verdienten Credits bezahlen und könnt dann fortan eine neue Kanone, ein besseres Funkgerät oder stabilere Ketten verbauen. Auf diese Weise könnt ihr euch im Forschungsbaum entlanghangelnd und nach und nach immer neue Fahrzeuge erwerben. Die verdienten Forschungspunkte können übrigens nicht auf die unterschiedlichen Fraktionen aufgeteilt werden: Wer also irgendwann einmal einen deutschen Tiger fahren möchte, muss auch tatsächlich mit dieser Fraktion spielen.

Die in Gefechten verdienten Credits benötigt ihr aber nicht nur zur Erforschung von Upgrades, sondern auch für die Reparatur eures Panzers. Denn nach jedem Kampf müsst ihr die entstandenen Schäden in eurer Garage beseitigen, sonst könnt ihr nicht an weiteren Gefechten teilnehmen. Außerdem müsst ihr immer wieder neue Munition nachkaufen, da ihr sonst auf dem Schlachtfeld wehrlos seid. Hier kommt auch die Premiumwährung zum Einsatz: Investiert ihr echtes Geld in Gold, könnt ihr im Ingame-Store bessere Fahrzeuge, Upgrades oder effektivere Munitionsarten kaufen. Auf diese Weise lassen sich kleiner Vorteile verschaffen oder die Wartezeit bis zum neuen Gefährt verkürzen. Trotz allem kann man World of Tanks aber auch komplett kostenlos spielen, denn fast alle Inhalte lassen sich mit viel Durchhaltevermögen auch erspielen.


Ehre, wem Ehre gebührt

Da ihr nicht nur für Abschüsse gegnerischer Panzer, sondern beispielsweise auch für die Entdeckung von Gegnern Punkte bekommt, sind auch Anfänger nicht zu stark benachteiligt. Im Gegenteil: Die einzelnen Vor- und Nachteile erfordern ein gewissen Teamplay, um wirklich effektiv eingesetzt zu werden: Die Panzerartillerie verfügt zwar beispielsweise über eine enorme Reichweite und Durchschlagskraft, muss sich aber auf andere Spieler verlassen, was die Aufklärung und Entdeckung gegnerischer Panzer angeht. Zudem ist dieser Fahrzeugtyp auf kurze Distanz kaum zu gebrauchen, sodass sie auf den Schutz vor anrückenden Gegnern angewiesen ist. So kann sich in World of Tanks ein spannendes Teamplay entspinnen, dass in nervenaufreibende Gefechte mündet, bei denen man nervös den Horizont absucht und stets damit rechnen muss, dass hinter der nächsten Ecke der Gegner lauert.

Wer sich von anfänglichen Rückschlägen nicht abschrecken lässt und sowohl Spaß am Erforschen neuer Technologien, als auch an realistischem Gameplay hat, findet mit World of Tanks einen anspruchsvollen Titel, der sich auf für kurze Gefechte zwischendurch eignet.