Wargame 1942

Wargame 1942 Review

Review

Schreibt die Weltgeschichte neu

Entwickler Playzo, der mit Romadoria und Desert Operations bereits historische Strategie in den Browser gebracht hat, setzt mit dem kostenlosen Wargame 1942 erneut auf Spieltiefe. Auch hier erwartet euch komplexe Globalstrategie, bei der das wirtschaftliche und kriegerische Streiten um Territorium ineinanderfließen. Wargame 1942 versetzt euch nun vor die Kulisse des jüngsten Weltkriegs und greift als Kommandeur eines Stützpunkts in das Kampfgeschehen ein. Ihr ringt mit Tausenden Mitspielern um die Kontrolle - und schreibt mit jedem erfolgreichen Vormarsch die Geschichtsbücher um.

Das historische Setting wird im Design gelungen eingefangen und ist auf die eher distanzierte Perspektive der Kommandeure ausgelegt. So plant ihr den Aufmarsch eurer Truppen auf Sektorenkarten, die den sepiagefärbten Charme militärischer Luftbilder ausstrahlen. Pro Sektor agieren bis zu sechs Kommandeure, jeder der Kontinente kann Tausende beherbergen. Hektik kommt im langfristig angelegten Kriegsgeschehen nicht auf, dafür enorme Spannung, ob der lange vorbereitete Vormarsch wie geplant aufgeht. Wer es schneller mag, kann sich in speziellen Blitzkrieg-Welten austoben. Hier wird das Gameplay auf 90-Tage-Zyklen beschleunigt. Es gilt in dieser Zeit so erfolgreich aufzusteigen wie möglich - mit allen Mitteln, die dem Kommandeur einer Militärbasis offen stehen. Allgemein müsst ihr nicht unbedingt militärisch vorgehen, auch diplomatische Kanäle sind verfügbar. Mit entsprechenden Kontakten könnt ihr euch sicherer fühlen und von erschlossenen Handelswegen profitieren.

Auch große Zahlen von Spielern können sich als Allianz zusammenschließen. Ein Mehrspieler-Bündnis kostet dann jeden einen verschwindend geringen Anteil seiner Einnahmen. Dafür habt ihr Aussicht auf einen der wenigen einflussreichen Posten, die es in der Allianz zu besetzen gilt. Allianzen brauchen verschiedene Minister, aber auch Diplomaten. Scheitern die in ihrem Amt, können sich verschiedene Allianzen auch gegenseitig bekriegen. Im allgemeinen Spielbetrieb geht es aber gerade zu Beginn weniger darum, Schlachten zu schlagen, zunächst kommt es darauf an, die Kriegsmaschinerie im eigenen Gebiet anzuwerfen.


Militärischer gedrillter Baulöwe

Zum Start begleitet euch euer Assistent Dr. Müller mit einer schrittweisen Einführung, die euch Gebäude für Gebäude auf neue Grundlagen und Funktionen der Basis aufmerksam macht. Der Stützpunkt erstreckt sich auf einer isometrisch dargestellten Karte, auf der die einzelnen Gebäude detailreich dargestellt werden. Eingerahmt wird diese Draufsicht durch das Spiel- und Infomenü, dass sämtliche Funktionen und Kennwerte übersichtlich präsentiert - oben die Ressourcen, Karten und Diplomatie, unten Community-Funktionen, rechts Aufträge und Meldungen. Hier gibt es sogar ein Notizfeld, auf dem ihr eure Pläne aushecken und festhalten könnt.

Auf den freien Grundstücken des Geländes dürft ihr passende Neubauten setzen. Um euch in Eroberungsfeldzüge zu stürzen, braucht ihr erst mal eine Kommandozentrale, die ihr mit ein paar Mausklicks in Auftrag gebt. Von hier aus werden militärische Offensiven und Agenteneinsätze in die Wege geleitet, zudem verschafft ihr euch hier einen Überblick über eure eigene Bereitschaft und den Status eures Stützpunktes.

Wargame 1942 beschreitet im Aufbau-Modus überraschende Wege: Parallel bauen ist möglich, es muss sich aber um die gleiche Anlage handeln. Anstatt einer Fabrik könnt ihr also gleich zwei in Auftrag geben, eure Arbeiter sind mit dem Projekt vertraut und brauchen weit weniger Zeit, als wenn man die Fabriken nach und nach gebaut hätte. Die Warteschleifen von Bauaufträgen lassen sich übrigens mit Diamanten verkürzen, zum Austesten dieser und anderer Premiumfunktionen verfügt man zum Start über eine ansehnliche Menge der Edelsteine.


Wenn die Invasion ins Wasser fällt

In der Kommandozentrale holt ihr auch Infos über das Wetter ein: Es kann Handelstransporte lahmlegen und die Aufmarschdauer eurer Truppen erheblich in die Länge ziehen. Ein geschulter Kommandant würde den Einfluss des Wetters auf seine Operationen niemals vernachlässigen, also bezieht ihr günstige Bedingungen und herannahende Schlechtwetterfronten in eure Planungen ein.

Eure Konkurrenten sind kaum leichter zu durchschauen als das Wetter, also sorgt ihr mit Spionage für Gewissheit. Gerade wenn ihr eine Offensive gegen feindliche Kommandostützpunkte plant, sind die Informationen eurer Geheimdienste entscheidend für die Erfolgsaussichten eures Vorstoßes. Spionage wird ähnlich gehandhabt wie ein Angriff, euer Talent zur Spionage wird mit den Werten der gegnerischen Spionageabwehr abgeglichen. Ist die nicht hochwertig genug, gibt euer Gegner Geheimes preis. Die Informationen, die euch eure Spionage per Agent und Luftaufklärung einbringt, sind natürlich unvollständig. Je nach Auftrag erhaltet ihr aber genug Anhaltspunkte, um ein Ziel zu wählen oder eure Einheiten für den eigentlichen Angriff besser zusammenzustellen.

Wenn eure Spione versagen, kostet euch das mehr als die Agenten und das investierte Gold. Stärke und Standorte eurer eigenen Einheiten können dem Gegner bekannt werden. Das Spionage-System von Wargame 1942 ist beispielhaft für die Tiefe, die das Spiel bei der Simulation eurer Machtkämpfe entwickelt.


Materialschlachten zwischen Sparfüchsen

Um ein geregeltes Einkommen zu sichern, betreibt ihr Fabriken, die zivile Güter für den Verkauf herstellen. Zudem bescheren euch eure Wohnhäuser Mieteinnahmen. Euer verdientes Geld fließt zunächst in den Bau von Stützpunktanlagen und die militärische Forschung. Nach und nach lässt der Tech-Tree von Wargame 1492 den Bau wegbereitender Anlagen zu. Wichtige Fabriken, etwa die Munitionsherstellung oder die Treibstoff-Raffinerie, sind für Kampfeinsätze vorausgesetzt. Ohne das Aufwenden von Munition und Treibstoff kann keine Offensive unternommen werden.

Wargame 1942 hat zudem ein tiefschürfendes Wirtschaftssystem mit tagesdynamischen Grundsätzen - ihr könnt eure Überschüsse sogar auf der Bank anlegen und Renditen einfahren. Mit Aufbau einer Armee droht aber auch der Bankrott, denn jeder einzelne Soldat und jedes Kriegsgerät kostet euch Unterhalt. In friedlichen Zeiten könnt ihr an Abrüstung denken, gerade im späteren Spielverlauf verschiebt sich der Fokus aber immer mehr auf die Operationen hinter feindlichen Linien.


Kommandant mit harter Hand

Mit starker Wirtschaft im Rücken warten zahlreichen Einheitenarten zur Ausbildung und Produktion bereit, um euch zu Land, zu Wasser und in der Luft Schlagkraft zu verleihen. Wie effizient ihr historisch akkurates Gerät wie den "Tiger"-Panzer oder den zweimotorigen Kleinbomber "Heinkel He 111" produziert und einsetzt, ist weitreichend mit euren Produktions- und Schulungsanlagen verknüpft. Zudem haben alle Einheiten flexible Angriffs- und Verteidigungswerte, die von eurem Kommando-Level abhängen.

Der Schlüssel zur siegreichen Schlacht liegt in der Zusammensetzung der Truppenverbände. Alle Einheiten stehen in Verhältnis zueinander, zwar zählen primär der Typ und die Einheitenwerte, aber zusätzlich greift das Muster "Stein-Schere-Papier". Manche Einheiten sind anderen schutzlos ausgeliefert. Habt ihr euch für einen Truppenvorstoß auf ein Ziel entschieden, heißt es Nachrichten von der Front abwarten - eine weitere Beeinflussung des Kampfgeschehens liegt nicht mehr in eurer Macht.

Auf diese Weise steigt ihr auf und meistert die vielen Missionen des Spiels, von denen ihr fast immer mehrere gleichzeitig verfolgt. Um bei der Funktionsfülle dieses komplexen Strategie-Titels vollends durchzusteigen, steht euch ein eigenständiges Wiki zum Spiel zur Verfügung. Hier könnt ihr alle Spielmanöver, Einheiten und Anlagen noch mal durchleuchten und gegenüberstellen, bevor ihr sie in Auftrag gebt. Ihr findet eine ganze Reihe an Kategorien vor, in denen ihr alle Antworten auf eure Spielfragen aufspüren werdet.