Vendetta: Curse of Raven's Cry

Vendetta: Curse of Raven's Cry

Nach einer langen Entwicklungszeit veröffentlichten die Reality Pump Studios Anfang 2015 ihre Piraten-Rollenspiel Raven's Cry für den PC, doch obwohl es viele gute Ansätze und Ideen bot, zog es sehr schnell den Zorn der Spieler und Kritiker auf sich, denn es litt unter enorm vielen Bugs und Designproblemen. Die Probleme waren so gravierend, dass die Entwickler schließlich die Notbremse zogen und entschieden, das Spiel grundlegend zu überarbeiten. Nun, knapp ein Jahr später, ist es nun soweit und man wagt mit Vendetta: Curse of Raven's Cry (das übrigens für alle Besitzer der ursprünglichen Fassung gratis ist) einen Neuanfang. Wir schauen, was sich im Vergleich zum Original verändert hat.

Remake oder Mogelpackung?

Der Kern des Spiels bleibt dabei natürlich erhalten und so übernehmt ihr auch in der neuen Fassung die Rolle von Christopher Raven, einem Piratenkapitän, der in der ganzen Karibik berüchtigt ist. Zu Beginn des Spiels müsst ihr jedoch feststellen, dass Captain Raven etwas ziemlich wichtiges fehlt, nämlich sein Schiff und eine dazugehörige Mannschaft. Bevor ihr also das Piratenleben in vollen Zügen auskosten könnt, müsst ihr also erst mal ein Schiff besorgen. Zum Glück gibt es da einige Optionen, die euch mit Hilfe von ein paar „freundlichen“ Worten und dem einen oder anderen Schwertkampf wieder zu einem vollwertigen Kapitän machen können. Natürlich springt dabei anfangs nicht viel mehr als eine olle Schaluppe raus, aber für den Anfang muss das eben reichen.

Vendetta: Curse of Raven's Cry legt viel Wert auf seine Story und eine entsprechend cineastische Inszenierung selbiger. Schon in den ersten Stunden wird klar, wie Raven seinen fragwürdigen Ruf erworben hat. So erlebt ihr zum Beispiel, wie er in einem Bordell für Ärger sorgt und einem Seemann kurzerhand ein Messer durch die Hand jagt, um möglichst schnell an nützliche Informationen zu kommen. Doch natürlich war er nicht schon immer so, sondern wurde erst durch ein tragisches Ereignis zur Bestie der Meere. So wurde ihm vor vielen Jahren seine Familie genommen und nun setzt er alles daran, die Verantwortlichen zur Strecke zu bringen.

Mit Schwert und Pistole in den Kampf

Vendetta ist also eher ein Piraten-Abenteuer für Erwachsene und kein weichgespülter Südsee-Urlaub wie etwa Disneys Fluch der Karibik. In den Kämpfen, die einen großen Teil des Spiels ausmachen, geht es dementsprechend martialisch zur Sache. Mit der linken Maustaste versucht ihr Schwert, Dolch und Co. in den Körper des Feindes zu bohren, während ihr mit einem gut abgepassten Rechtsklick die Attacken eurer Widersacher abwehren müsst. Im Laufe des Spiels kommen dann noch zahlreiche weitere Skills und Attacken hinzu, die euch im Kampf einen entscheidenden Vorteil bringen können. Damit ihr aber nicht einfach nur Spezialattacken spammen könnt, unterliegen diese einem Cooldown-System. Als Pirat von Welt hat Raven auch noch eine Pistole am Mann, die natürlich mit den technischen Einschränkungen jener Zeit zu kämpfen hat und daher mit Bedacht eingesetzt werden will. Große Distanzen sind ein Problem und das Nachladen dauert seine Zeit, so dass ihr inmitten von Gegnern meist lieber keinen zweiten Schuss versuchen solltet.

Schlachten auf hoher See

Neben den Kämpfen an Land sind es aber vor allem die Schlachten auf hoher See, die für Nervenkitzel sorgen. Die Gefechte mit anderen Schiffen sind überraschend anspruchsvoll und taktisch. Abhängig davon, wo ein Schiff getroffen wurde verursachen die Einschläge unterschiedliche Schäden und die sind nicht nur deutlich sichtbar, sondern wirken sich auch entsprechend auf die Funktionalität eures Schiffs aus. So können zum Beispiel Crew-Mitglieder von Kanonenkugeln getötet werden, was die Nachladezeiten der Kanonen drastisch verlängern kann oder die Kugeln zerfetzen Masten und Segel, wodurch ihr schlechter manövrieren könnt. Außerdem ist das Versenken eines Schiffs nicht immer die beste Option, denn in der Regel wollt ihr ja die Schätze und Waren haben, die sich darauf befinden. Wenn ihr also einfach nur planlos aus allen Rohren feuert, dann verliert ihr wertvolle Güter, die ihr dringend braucht, um eure Truppe bei Laune zu halten und das Schiff zu verbessern bzw. ein besseres zu kaufen. Echte Piraten gehen also zum Entern über und geben dem Feind auf ihrem eigenen Deck mit Schwert und Säbel den Rest. Ob nun auf See oder auf dem Trockenen, die Kämpfe und die Steuerung fühlen sich in Vendetta: Curse of Raven's Cry deutlich runder an als noch im Original.

Stabilere Bildrate und schönere Optik

Die Technik war einer der größten Kritikpunkte in der ursprünglichen Fassung und sorgte vor allem mit vielen Abstürzen und unterirdischen Bildraten für Ärger. Das Team von Reality Pump und Topware hat sich diese Kritik zu Herzen genommen und die Grafik in vielerlei Hinsicht optimiert. Die Performance ist bei vielen Spielern deutlich besser und stabiler geworden, was sich auch in den Steam-Foren nachlesen lässt. Bei einigen gibt es wohl noch immer Probleme, aber die neue Version ist ein großer Schritt nach vorn und man darf wohl davon ausgehen, dass die Entwickler auch diese verbliebenen Probleme beheben wird. Doch das Spiel läuft jetzt nicht nur besser, sondern es sieht auch noch etwas besser aus, denn die Umgebungen wurden ebenfalls überarbeitet und mit weiteren Details ausgestattet. Somit kommt die zuvor schon durchaus spürbare Piraten-Atmosphäre jetzt noch besser zum Tragen. Alles wirkt glaubwürdig und es macht nun deutlich mehr Spaß, einfach nur die Spielwelt mit ihren zahlreichen Nebenschauplätzen zu erkunden.

Ob es für Raven's Cry schon zu spät ist oder man das Vertrauen der Spieler doch noch zurückgewinnen kann, wird die Zeit zeigen, aber das Spiel selbst macht nun definitiv einen deutlich besseren Eindruck und das bestätigen auch die mehrheitlich positiven Reviews (Stand 03.12.15) auf Steam. Wer also das Piraten-Thema mag und schon mit Assassin's Creed 4 sowie Risen 2 fertig ist, sollte sich Vendetta: Curse of Raven's Cry mal genauer ansehen. Da man bei Steam ja inzwischen ganz einfach Spiele wieder zurückgeben kann, ist das Risiko ja relativ gering.


Tags: Rollenspiel | Piraten

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