Royal Revolt

Royal Revolt Review

Review

Die „liebe“ Verwandtschaft

Blut ist dicker als Wasser? Diese alte Weisheit scheint im MobileGame Royal Revolt nicht zu gelten, denn während der junge Prinz sein Magiestudium an einem ausländischen Internat verfolgt, übernimmt dessen Verwandtschaft nach dem Tod seines Vaters kurzerhand die Kontrolle über das Königreich. Klar, dass der um die Thronfolge Betrogene das nicht einfach auf sich sitzen lassen will und sich sofort auf den Heimweg macht.

Als Spieler übernehmt ihr in Royal Revolt die Steuerung des jungen Prinzen, der es sich zum Ziel gemacht hat, seine freche Verwandtschaft herauszufordern. Leider hat sich die bereits gut in den zahlreichen Burgen des Landes verschanzt und so bleibt euch nichts weiter übrig, als die Festungen mithilfe eurer Truppen zu erobern.

Das Spiel erinnert nicht ohne Grund an eines der vielen Tower Defense-Spiele; nur das ihr diesmal nicht der Verteidiger seid, sondern der Angreifer, der die Burg erobern möchte. Ziel eines jeden Levels ist daher die Festung am Ende des langen Weges, der sich durch die Karte zieht. Doch die Straßen sind keineswegs frei passierbar; stattdessen werden euch nicht nur feindliche Einheiten begegnen, sondern auch Abwehrtürme, Barrikaden und Fallen den Weg versperren. Erst wenn ihr euch den Weg bis zur Burg freigekämpft habt, könnt ihr damit beginnen, diese zu zerstören.

Um die Festungen zu erobern, steht euch eine Armee zur Seite, die sich aus unterschiedlichen Truppen zusammensetzt: Die erste verfügbare Einheit ist der einfache Soldat, ein klassischer Nahkämpfer. Später stehen euch auch Fernkämpfer wie die Bogenschützen oder die Zauberer zur Verfügung. Letztere heizen den Gegnern besonders mit ihren Feuerbällen ein und sind damit ungemein effektiv. Wer sich mit Barrikaden oder Gebäuden konfrontiert sieht, kann außerdem auch Ballisten herbeirufen, die diese in Windeseile zerstören können.


Kampfmoral

Alle Einheiten kosten euch Moral, deren Vorrat ihr an einem Balken am unteren Spielfeldrand erkennen könnt. Diese Leiste füllt sich immer wieder neu auf, sodass ihr stets Verstärkungseinheiten herbeirufen könnt. Und das ist auch dringend nötig, denn euer Gegner schickt ebenfalls Welle um Welle an Verteidigern gegen euch, die keinesfalls brav vor der Burg warten, sondern gleich zum Angriff übergehen.

Je nach Truppentyp kostet euch das Herbeirufen einer Einheit unterschiedlich viel Moral, sodass ihr stets gut überlegen solltet, ob ihr schnell Nachschub ordern wollt oder lieber auf teurere Truppen spart. Außerdem tauchen die neuen Truppen stets in eurem Lager auf, sodass sie stets erst den von euch bereits zurückgelegten Weg ablaufen müssen, bevor sie euch unterstützen können.

Als vorbildlicher General schickt ihr aber nicht nur eure Truppen nach vorne, sondern kämpft mit eurem Charakter sogar selbst an vorderster Front. Dazu könnt ihr euren Charakter vollkommen frei durch das Level steuern, indem ihr mit dem Finger auf die entsprechende Stelle tippt. Euer Charakter reagiert dann augenblicklich und setzt sich in Bewegung. Wollt ihr eine Einheit oder eine Befestigung angreifen, reicht es aus euren Helden unmittelbar neben das Angriffsziel zu bugsieren, denn dieser beginnt dann automatisch mit einer Attacke. Solltet ihr dabei zu viel Schaden erleiden, gilt es schleunigst den Rückzug anzutreten; fällt nämlich der Held, ist das Level verloren. Glücklicherweise regeneriert dieser seine Lebensenergie recht flott, sodass ihr euch nur kurz aus den Kämpfen heraushalten müsst.


Magische Begabung

Neben dem einfachen Angriff mit seinem Schwert verfügt euer Held aber auch über einige sehr nützliche Zaubersprüche; der Besuch des Magieinternats hat sich also durchaus gelohnt. Zu Beginn habt ihr aber nur Zugriff auf einen einfachen Heilzauber, der die Lebensenergie alle befreundeten Einheiten in der unmittelbaren Umgebung auffüllt. Später bekommt ihr dann auch Zugriff auf offensive Zauber wie zum Beispiel den Feuersturm, der besonders gegen Gebäude effektiv ist und Barrikaden ruckzuck in Brand setzt, den Schock, der gegnerische Einheiten betäubt, oder den Klingensturm.

Alle Zauber könnt ihr beliebig oft einsetzen, da sie keinerlei Mana oder ähnliche Energie verbrauchen. Ihr müsst einzig nach der Anwendung eine bestimmte Zeit warten, bis der Spruch wieder erneut verfügbar ist. Außerdem gilt eine weitere Einschränkung: Euer Held kann pro Level immer nur zwei Zauber gleichzeitig verwenden. Zwischen den Spielabschnitten könnt ihr aber jederzeit die Sprüche tauschen.


Upgrades

Alle Einheiten und Zauber, die ihr in Royal Revolt einsetzen könnt, lassen sich in mehreren Stufen verbessern. Dadurch lassen sich die Lebenspunkte und der verursachte Schaden der Einheiten genauso erhöhen, wie die Effektivität der Zauber. Um diese Upgrades durchzuführen, benötigt ihr aber Gold, das ihr entweder für das erfolgreiche Absolvieren der Level erhaltet oder aber von erledigten Gegnern einsammeln könnt. Wer nicht so lange warten möchte, kann sich aber auch zusätzliches Gold im Ingame-Shop kaufen.

Solltet ihr einmal mit einem der Level Probleme haben, könnt ihr außerdem für etwas Gold Boosts erwerben, die dann für die nächste Mission gelten. Zur Auswahl stehen ein Zauber Boost, der die Zauberkraft erhöht, einen Helden Booster, der die Stärke eures Helden vergrößert, und ein Truppen Booster, der die Rate erhöht, mit der sich die Moral auffüllt, sodass ihr mehr Truppen herbeirufen könnt.

Auf der Karte könnt ihr den Fortschritt durch das Königreich erkennen und auf Wunsch bereits absolvierte Level wiederholen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn ihr mit dem Ausgang eines Kampfes nicht zufrieden wart. Habt ihr nämlich einen Level erfolgreich abgeschlossen, bekommt ihr am Ende eine Zusammenfassung, bei der eure Leistung genau aufgeführt wird. Unter anderem erkennt ihr auf diese Weise, wie lange ihr gebraucht und wie viel Gold ihr gesammelt habt. All das liefert euch zusätzlich noch Erfahrungspunkte, mit denen ihr langsam aber sicher im Rang aufsteigt. So bekommt ihr bald Zugriff auf neue Einheiten und Zauber.

Royal Revolt bietet neben den normalen Storymissionen auch noch sogenannte Elite Missionen. Diese sind nicht an die Hauptstory gebunden und werden durch das Erreichen bestimmter Ziele freigeschaltet. Habt ihr beispielsweise 22 Bewertungssterne gesammelt, könnt ihr die Erste diese besonders schweren Missionen bestreiten. Dies bringt euch nicht nur jede Menge Erfahrungspunkte, sondern natürlich auch zusätzliches Gold. Es kann sich also durchaus lohnen, die Herausforderung anzunehmen.


Schön anzuschauen

In Sachen Grafik haben die Entwickler von Royal Revolt ganze Arbeit geleistet: Das Spiel erstrahlt in einer hübschen, comichaften 3D-Grafik, dank der ihr euch flüssig durch die Levels bewegt. Die Einheiten sind ebenfalls schön animiert und unterscheiden sich deutlich voneinander, sodass ihr sofort erkennt, mit welchen Gegnern ihr es zu tun habt. Auch auf kleine Details wie Ausrüstungsgegenstände wurde geachtet: Solltet ihr einen der Boosts für euch aktiviert haben, bekommt euer Held eine zusätzliche Ausrüstung spendiert und trägt in der kommenden Mission einen zusätzlichen Helm, eine bessere Waffe oder eine neue Rüstung.

Einziger Wehmutstropfen: Das Spiel erlaubt euch nicht, aus dem Geschehen herauszuzoomen. Somit könnt ihr euch also keinen Überblick über das gesamte Level oder die komplette Karte verschaffen, sondern seid auf das „Sichtfeld“ eures Helden beschränkt. Immerhin könnt ihr dank einer Verlaufsleiste am oberen Bildschirmrand erkennen, in welchem Levelabschnitt ihr euch befindet und wo sich eure bzw. die Truppen des Gegners befinden.

Wer sich auch nur ein kleines bisschen für Tower Defense-Spiele begeistern kann und endlich einmal die Rollen tauschen möchte, sollte Royal Revolt unbedingt ausprobieren!