Roger & Out

Roger & Out Review

Review

Hier die Aussichten fürs All: heiter bis düster!

Mit dem kostenlos spielbaren Browsergame Roger & Out präsentiert das deutsche Entwicklungs-Studio Travian Games eine spielbare Scifi-Parodie voller Zitate genretypischer Elemente und Figuren. Verpackt  ist das ganze als multiplayerorientiertes Rollenspiel, in der die edlen Rebellen die Macht eines düsteren Imperiums brechen wollen. Licht oder Finsternis, egal für welchen Helligkeitsgrad sich der Spieler mit seinen Aktionen entscheidet, Roger & Out verspricht Unterhaltung der besonderen Art.


Schräge Abenteuer in bekannten Universen

Das Game legt Wert auf Humor und setzt dabei auf hohe Gagdichte, indem es die Missionen mit Anspielungen auf die großen Scifi-Sagas spickt. Gegner erinnern stark an altbekannte Genre-Ikonen. Für Kenner ist das ein Fest, das seine auflockernde Wirkung nicht verfehlt, weniger versierte Spieler stehen dafür so manches Mal im Regen. Aber auch wenn man keine wandelnde Enzyklopädie für Scifi-Klischees ist, sorgt der überdrehte Comic-Stil von Roger & Out für Laune. Überzeichnet und grell rückt er den schrägen Ton des Spiels in den Vordergrund.

Die Quests sind die eigentlichen Vehikel für die Parodien und funktionieren nach dem im Browsergame-Bereich öfters anzutreffenden Ladebalken-Muster: Sie konsumieren Zeit, die durch einen Countdown oder abnehmenden Balken dargestellt wird. Zeit, die man anderorts im Spiel nutzen darf oder in einem eigens implementierten Minispiel verbringt. Eure Erfolge öffnen Türen - genauer gesagt Sternensysteme, denn euer Level erlaubt euch die Reise in Galaxien, wo nie ein Mensch zuvor gewesen ist. So mancher Planet dürfte euch aber bekannt vorkommen, ob Blade Runner, Dune oder Star Wars, hier werden vertraute Kulissen für neue Abenteuer eingespannt.

Die Bedienung geht weniger ausgefallene Wege, Browsergamer finden sich problemlos in den Menüs zurecht. Das Tutorial mit den namensgebenden Charakteren Roger und Out sollte alle Unklarheiten beseitigen. Roger und Out sind die zwei Roboter, die für Travian Games als überdrehte Gallionsfiguren ihrer Space-Odyssee herhalten. Das Duo verkörpert das eingängige und humorgetriebene Spielkonzept des MMOs und stimmt schon im Tutorial mit witzigen Dialogen auf den Ton der bevorstehenden Spielstunden ein.


Space-Odyssey im selbstgewählten Look

Bevor ihr euch aber in die Weiten des Weltraums stürzt, werdet ihr erst mal euren eigenen Protagonisten erstellen. Drei Völker stehen zur Wahl. Was soll es sein, Psyonic oder Robotic? Vielleicht lieber Bio? Das Kräfteverhältnis der Völker folgt dem Schere-Stein-Papier-Prinzip. Was auch immer ihr wählt, ihr seid einem Volk überlegen, dem anderen unterlegen. Dran schließt auch schon die Personalisierung an, mit Gesichtszügen und Frisur ist sie der permanente Aspekt, der durch das dynamische Ausstatten eurer Figur mit Rüstung, Waffen und Accessoires ergänzt wird.

Jeder, der die Karriere als galaktischer Held ins Auge fasst weiß natürlich: Das Image ist alles, also deckt euch Roger & Out mit einer ganzen Reihe Equipment ein, um einen einzigartigen Stil für euren Sternenwanderer zusammenzustellen. Auf der Suche nach dem ultimativen Outfit werdet ihr bei den Quests fündig. Im Ingame-Shop könnt ihr den überflüssigen Plunder in eurem Inventar gegen Frischware austauschen. Der Umfang an Items ist enorm, immer gleiche Outfits von der Stange gibt es nicht. Wenn ihr die Premium-Funktionen bemüht, wird euch hier eine noch ausgefallenere Auswahl angeboten. Eine Besonderheit für Sammelwütige sind zusammengehörige Set-Teile, die mit gleichartigen Symbolen zu erkennen sind und zusammen einen Bonus auf Charakterwerte, Schaden oder Lebenspunkte entfalten - je mehr Einzelteile euer Held vom selben Set trägt, desto größer fallen die Boni aus.


Vom unterirdischen Niemand zur galaktischen Legende

Auf der Galaxie-Karte begebt ihr euch auf Sternenreise, Planeten halten lukrative Missionen bereit. Euer Abenteuer beginnt in einem Sektor mit fünf grundverschiedenen Planeten, die allesamt Aufgaben für euch bereithalten. Abhängig vom Sektor herrscht mal das Empire, mal haben die Rebellen die Kontrolle.  Je nach dem ob wir unsere Erfahrung und Gelder von den imperialistischen Unterdrückern akzeptieren oder den Widerstand unterstützen, steigen wir im jeweiligen Ansehen, während wir es uns mit der anderen Seite langsam verscherzen. In diesem gespannten Umfeld feilt jeder Spieler an seinem Ruf als galaktischer Draufgänger, indem er immer irrwitzigere Quests übernimmt. Nur euer Enthusiasmus setzt euch Grenzen: Ein Wert, der mit jeder Quest etwas abnimmt und sich nur langsam regeneriert. Ein ähnlicher Wert limitiert übrigens das PvP.

Neben den neuen Aufträgen in freigespielten Sektoren motiviert euch das Game euch mit Tagesaufgaben, Wochenzielen und kontinuierlichen Zielen zum Questen - ein Wochenziel wäre etwa, soundsovielen Eisplaneten einen Besuch abzustatten. Zu den Belohnungen zählen oft Gegenstände und vereinzelt Skillpunkte, garantiert bekommt ihr aber Geld und Erfahrungspunkte. Beides wird in den Charakter reinvestiert, Stufenaufstiege schalten neue Regionen und Ausrüstungsgegenstände beim Händler frei - Die Kombination aus neuem Level und besserem Equipment bestimmt die Stärke eures interstellaren Rowdys. Sobald euch Roger & Out den Levelaufstieg eures Abenteurers verkündet, dürft ihr Skillpunkte verteilen. Das Charaktersystem besteht aus sechs Attributen, darunter Rollenspiel-Seltenheiten wie Logik und Empathie. Ihr dürft fünf Punkte verteilen, könnt aber auch alle fünf in einen SKILL pumpen.


Alle Mann auf die Kampfstationen!

Während der Quests habt ihr öfters mal besonders ausgefallene Bossgegner am Hals. Duelle gegen echte Gegner stellt das Training eures Helden aber mindestens genauso auf die Probe. PvP-Duelle sind jederzeit möglich, das Game paart euch mit anderen Spielern ähnlicher Stufe, die ihren Charakter gerne in Aktion sehen möchten. So könnt ihr euren Spielfortschritt mit denen anderer Spieler vergleichen. Das kostet euch einige eurer Courage-Punkte, die ihr über den regulären Spielmodus oder über Warten wieder auffüllt. Alle Kämpfe in Roger & Out sind hochauflösend gezeichnet und animiert und zudem mit passenden Sounds inszeniert. Sie entziehen sich aber nach Beginn eurer Kontrolle. Wer stärker ist und wer unterliegt, das entscheidet ab hier der Lauf der Dinge.

Ein abrundendes Feature von Roger & Out ist das Gildensystem. Über Gilden können sich Spieler zusammenrotten und dann gleich per Gildenschiff die Sterne besuchen. Dabei profitieren die einzelnen Crewman von besonderen Boni, die sich auf die Abenteuer im Alleingang übertragen. Ganz wie in den cineastischen Vorbildern braucht ein Raumschiff einen Chefingenieur, einen Bordarzt und einen jemanden, der auf der Brücke 'Energie' oder 'Feuer' schreit. Dafür sind die einzelnen Spielercharaktere über ihre Werte mehr oder weniger qualifiziert. Besonders reizvoll ist natürlich der gemeinsame Fight einer Besatzung gegen andere Allianzen und deren Schiffe. In regelrechten Gildenkriegen bestimmt der Einsatzwille jedes Spielers die gemeinsame Platzierung auf der Rangliste. Mit steigendem Gildenlevel nehmen der Funktionsumfang und die Crew der Gildenschiffe weiter zu - dann werden auch anspruchsvollere Quests verfügbar, die auf die Mehrspieler-Teams zugeschnitten sind.