Plants vs. Zombies: Garden Warfare Review

Vom Tower-Defense-Hit zum Online-Shooter.

Review Teaser Plants Vs Zombies Garden Warfare Ea Popcap Shooter Online Coop

Krieg im Vorgarten

Ungefähr seit der Jahrtausendwende sind Videospiele nicht nur immer größer und beliebter geworden, sondern auch immer ernster. Es gab eine Zeit, da setzten Spiele in erster Linie auf witzige Ideen und liebenswerte Charaktere, aber irgendwann gab es einen Bruch und die dunklen und gewalttätigen Welten übernahmen die Vorherrschaft in Videospielland. Heute sind es die Call of Duty's, die GTA's und die Assassin's Creed's, die sich millionenfach verkaufen und den Publishern enorme Gewinne versprechen. Doch hin und wieder gibt es Spiele, welche die alten Zeiten nicht vergessen haben und sich dem allgemeinen Trend widersetzen. Meistens sind das Indies, aber manchmal gibt es auch einen großen Titel, der einfach nur liebenswerten Spaß vermitteln will und auf grimmige Soldaten und (realistische) Gewalt verzichten kann.

Mit Plants vs. Zombies: Garden Warfare bringt nun ausgerechnet EA solch einen Titel und damit fährt der Mega-Publisher, der bei vielen so einen schlechten Ruf genießt, eine Menge Sympathie-Punkte ein.


Von Tower-Defense zum Koop-Shooter

Die Plants vs. Zombies Reihe begann 2009 als Tower-Defense-Spiel von den Casual-Experten PopCap und war dermaßen erfolgreich, dass man den Titel inzwischen für nahezu jede verfügbare Plattform umgesetzt hat. Einen direkten Nachfolger veröffentlichte man letztes Jahr als Free-to-Play Spiel für iOS und Android und mit Plants vs. Zombies Adventures folgte auch noch ein Ableger für Facebook.

Statt dieses Konzept nun jedoch einfach etwas aufgehübscht für PC und Konsolen zu veröffentlichen, haben sich PopCap und EA dazu entschlossen, noch einen Schritt weiter zu gehen und in Garden Warfare aus dem einfachen, zweidimensionalen Tower-Defense-Spiel einen aufwändigen 3D-Titel für Mehrspieler-Fans zu machen. Das mag zunächst etwas komisch klingen, doch die Idee ist gut durchdacht und das klassische Spielprinzip von Plants vs. Zombies funktioniert in Kombination mit diesen neuen Elementen noch immer hervorragend.

Nach wie vor stehen sich die Pflanzen und Zombies gegenüber und versuchen, die andere Seite auszulöschen, doch diesmal springen die Spieler direkt in die Rolle von einer der insgesamt vier Klassen, die es auf jeder Seite gibt. Anschließend gilt es, mit den Teamkameraden zusammenzuarbeiten und gezielt die Fähigkeiten der verschiedenen Klassen zu nutzen, um im Vorgarten die Oberhand zu gewinnen.


Sonnenblumen-Sanis und Zombie-Sturmsoldaten

Natürlich erfindet Garden Warfare das Klassensystem nicht neu, aber trotzdem schafft es PopCap, den Klassen seinen ganz eigenen Stempel aufzudrücken. Im Vordergrund stand dabei zwar ganz klar der typische Witz und Charme der Plants vs. Zombies-Welt, doch auch spielerisch hat man einen guten Mittelweg gefunden. Wenn ihr mittlerweile von den üblichen Squads der Military-Shooter gelangweilt seid, dann dürfte euch diese verrückte Truppe wirklich gefallen.

Auf Seiten der Pflanzen findet sich zum Beispiel ein monströser Kaktus, der Dank seiner Treffsicherheit die Rolle des Scharfschützen übernimmt und damit die Pflanzen nicht zu vegetarischen Häppchen für die Zombies verarbeitet werden, verdingt sich die Sonnenblume kurzerhand als Sanitäter. Im anderen Lager findet sich beispielsweise ein Footbal-Zombie, der die schwere Kampfmaschine mimt und einen dicken Zombie-Ingenieur, bei dem diverse Gadgets zum Einsatz kommen.

Für zusätzliche Würze sorgen die einzigartigen Bonus-Fähigkeiten, über die jede Klasse verfügt. Diese lassen sich außerdem auch noch verbessern, wenn man gut spielt.


Auf in den Kampf

Auch bei der Auswahl der Spielmodi orientiert sich PopCap an bekannten Shooter-Marken, allen voran EA's Battlefield, dessen klassisches Spielprinzip man im Gärten und Friedhöfe-Modus parodiert. Wer sich nicht direkt mit anderen Spielern messen will, der kann sich mit Freunden im Koop-Modus austoben, der sich an das bekannte Horden-Prinzip anlehnt und euch gemeinsam gegen Wellen aus CPU-Gegnern und Bossen antreten lässt. Ein einfacher Team-Deathmatch Modus darf natürlich auch nicht fehlen.

Plants vs. Zombies: Garden Warfare liefert insgesamt zehn Karten mit. Die sind, wie auch der Rest des Spiels, dank der Frostbite 3 Engine auch wirklich ansprechend in Szene gesetzt worden, aber auf Dauer doch etwas Monotonie aufkommen lassen. EA und PopCap arbeiten aber bereits daran, Garden Warfare auch zu einem langfristigen Spaßbringen zu machen. Mit dem Garden Variety Pack hat man auch schon eine kostenlose Erweiterung veröffentlicht, die mit Gartenzwergbombe einen komplett neuen Spielmodus bereithält.

Der lokale Splitscreen-Koop der Xbox One Version ist übrigens auf der Xbox 360 nicht mehr vorhanden.


Flowerpower

Mit Plants vs. Zombies: Garden Warfare zeigen PopCap, dass sie durchaus dazu in der Lage sind, aufwendigere Titel zu kreieren, die auch anspruchsvolleren Spielern jede Menge Spaß machen. Solospieler schauen zwar in die Röhre, aber für Online-Fans ist diese erfrischende Shooter-Variante auf jeden Fall einen Blick wert. Der vergleichsweise niedrige Preis von 30 € (Xbox 360, PC) bzw. 40 € (Xbox One) ist für das Gebotene ziemlich fair.

"