Orcs must die 2

Orcs must die 2 Review

Review

Alte Bekannte

Orks sind in den meisten Spielen nur zu einem Zweck da: um zu sterben! Und genau das blüht den Grünhäuten auch in Orcs Must Die 2, dem Nachfolger des erfolgreichen Tower-Defense Titels aus dem Jahre 2011. Abermals schlüpftet ihr in die Rolle des etwas dümmlichen Kampfmagiers, der nach den Ereignissen des ersten Teils eine andere Arbeit gefunden hat. Doch diesmal erhält er unerwartete Verstärkung durch seine ehemalige Gegnerin.

Wer den ersten Teil der Serie gespielt hat, wird sich vielleicht noch daran erinnern, dass der Kriegsmagier-Lehrling gegen Ende eine interessante Entdeckung machte: Er hatte es mit einer magisch begabten Gegnerin zu tun, die die Orks unter ihre Kontrolle gebracht hatte. Diese Dame erlebt auch im zweiten Teil einen Auftritt; diesmal jedoch nicht als Gegnerin, sondern als Verbündete, denn nachdem sie ihre Macht über die Orks verloren hatte, erhoben diese sich gegen sie. Fortan ist sie also ebenfalls damit beschäftigt, die Orks aufzuhalten.


Tower Defense

Am grundlegenden Spielprinzip hat sich auch im zweiten Teil der Serie nichts geändert: Immer noch ist es in den unterschiedlichsten Arenen eure Aufgabe, die sogenannten Spalte vor den Horden an heranstürmenden Orks zu beschützen. In jedem Level haben die Spalte eine bestimmte Anzahl an „Lebenspunkten“, die sinkt, sobald ein Ork ihn betritt. Erreicht die Anzeige null, so habt ihr das Spiel verloren. Um das zu verhindern, stehen euch in bester Tower-Defense-Manier allerhand Hilfsmittel zur Verfügung. Allen voran sind dies die zahlreichen Fallen, mit denen ihr die Orks aus dem Weg räumen könnt. Die Auswahl ist dabei riesig und im zweiten Teil hat das Sammelsurium sogar noch Zuwachs bekommen. Alles, was schwingt, schießt, brennt oder katapultiert fügt den Gegnern Schaden zu oder tötet sie gar.

Die Fallen solltet ihr an strategisch günstigen Orten platzieren. Welche das sind, hängt nicht nur vom Layout der Karte selbst ab; einige Fallen können nur an der Decke, andere an der Wand und wieder andere am Boden platziert werden. Zudem solltet ihr auch darauf achten, dass alle Hilfsmittel eine begrenzte Reichweite haben. Wer eine schwingende Keule an der Decke eines hohen Saals anbringt, braucht sich nicht zu wundern, wenn diese wirkungslos bleibt. Ansonsten sind eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt: ihr könnt Fallen beliebig miteinander Kombinieren und herumexperimentieren.

Neben den Fallen selbst gibt es aber auch andere nützliche Gegenstände, die ihr in den Level verteilen könnt. Dazu zählen vor allem die Hindernisse, mit deren Hilfe ihr die heranstürmenden Horden umleiten könnt. Solang es einen freien Weg gibt, greifen die tumben Orks diese nämlich nicht an. Erst wenn ihr alle Wege blockiert, beginnen sie damit, die Barrikaden zu zertrümmern. Eine Ausnahme sind dabei übrigens die selbstmörderischen Kobolde, die mit einem Sprengstoff-beladenen Fass genau diese Hindernisse ansteuern und in die Luft jagen. Ein weiteres hilfreiches Hindernis sind die Teergruben, die zwar selbst keinen Schaden verursachen, dafür aber die Gegner verlangsamen. Dadurch werden sie zum leichten Ziel.

Um Fallen und Hindernisse platzieren zu können, benötigt ihr Geld. Zu Beginn eines Levels bekommt ihr ein Startguthaben, mit dem ihr die ersten Objekte platzieren könnt. Geht euch das Geld aus, müsst ihr euch zunächst um ein paar Orks kümmern, denn für jeden erledigten Gegner bekommt ihr zusätzliche Finanzmittel. Gelingt es euch mehrere Orks hintereinander oder gar gleichzeitig zu erlegen, so bringt euch das sogar noch einen Bonus. Außerdem hinterlassen besondere Gegner wie Oger oder Trolle oftmals Münzen, die ihr einsammeln könnt. Auf diese Weise wächst die Zahl der Fallen von Runde zu Runde; und das ist auch bitter nötig, denn jede Welle bringt mehr und vor allem stärkere Gegner.


Waffenarsenal

In Orcs Must Die 2 seid ihr aber nicht nur auf Fallen angewiesen, um die Gegner aus dem Weg zu räumen. Natürlich ist euer Charakter auch mit einer Waffe ausgestattet, sodass ihr die heranstürmenden Gegner auch selbst fachgerecht zerlegen könnt. Welche Ausrüstung euch dabei zur Verfügung steht, hängt davon ab ob ihr den Kriegsmagier oder die Zauberin spielt. Der Kriegsmagier verfügt auch diesmal über seine magische Armbrust, mit der er gezielt magische Bolzen verschießen kann. Zudem betäubt der sekundäre Angriff die getroffenen Gegner für einen kurzen Moment, was allerdings Energie kostet. Neu ist dagegen die Schrotflinte, mit der ihr auf kurze Distanz großen Schaden anrichten könnt. Auch diese Waffe verfügt über einen zweiten Feuermodus, der eine kleine Granate abfeuert, die bei der Explosion nicht nur Schaden anrichtet, sondern die Gegner auch wegschleudert.

Die Zauberin ist dagegen weniger gut für den Nahkampf gerüstet, da sie über weniger Lebensenergie verfügt als der Kriegsmagier. Im Gegenzug besitzt sie mehr Mana, das sie führ ihre zahlreichen Zaubersprüche nutzen kann. Damit ist sie eher für Distanzangriffe geeignet und sollte sich nur aus sicherer Entfernung mit den Gegnern anlegen. Trotzdem hat auch sie einen Kampfstab, mit dem sie sich im Notfall verteidigen kann, schließlich ist auch ihr Manavorrat nicht unerschöpflich.


Die Horde

Auch in Orcs Must Die 2 sind die grünen Gegner stets darauf bedacht, ihr Ziel zu erreichen. Das versuchen sie zu Beginn nur mit einfachen Ork-Kriegern, die nicht all zu viel Schaden aushalten. Doch bald schon ändert sich das, denn auch diesmal gibt es jede Menge unterschiedliche Gegnertypen. Neben schnellen Kobolden, die in aberwitzigem Tempo an so mancher Falle einfach vorbeirennen, bevor diese auslösen kann, gibt es diesmal auch Elementare, die nach ihrem Ableben zwei kleinere Exemplare zurücklassen, riesige Oger und Trolle, die jede Menge Schaden absorbieren, und natürlich auch fliegende Einheiten, die über am Boden platzierte Fallen nur lachen können.

All das führt dazu, dass ihr euch nie auf nur eine Art von Fallen verlassen und immer ein Auge auf die gesamte Karte haben solltet. Immer wieder müsst ihr an verschiedenen Orten auf der Karte nach dem rechten sehen und im Notfall selbst eingreifen. Neben den von euch platzierten Fallen gibt es in jedem Level auch ganz besondere Items, die euch bei eurem Kampf helfen. Dazu gehören beispielsweise Kronleuchter, die durch einen geschickten Schuss von der Decke fallen und Gegner unter sich begraben, oder Kessel mit heißer Lava oder Säure, die ihr über die heranstürmenden Horden ausgießen könnt. Außerdem bieten einige Level wie beispielsweise eine Mine Besonderheiten, die ihr euch zunutze machen könnt: Wenn ihr die Gegner auf die durch das Level verlaufenden Schienen lockt, werden sie vielleicht von herannahenden Minenwagen überfahren.


Wettrüsten

Habt ihr alle Gegnerwellen abgewehrt und das Level erfolgreich abgeschlossen, so erhaltet ihr dafür Punkte. Abhängig von eurer Leistung ergeben sich daraus Schädel, die ihr für Upgrade nutzen könnt. Dazu zählen neue Fallen, Verbesserung der bereits gekauften Gegenstände, neue Waffen oder Schmuckstücke, die zusätzliche Boni verleihen. So könnt ihr euch beispielsweise mit diesen Hilfsmitteln heilen, verkürzt die Zeit, bis sich Fallen zurücksetzen oder erhöht die Anzahl der Spaltpunkte, sodass ihr auch auf höheren Schwierigkeitsgraden eine Chance habt.

Wer nicht gern alleine spielt, kann in Orcs Must Die 2 diesmal auch gemeinsam mit einem Freund in die Schlacht ziehen. Das Spiel bietet euch dafür einen kooperativen Modus, in dem jeder ein Spieler den Kriegsmagier und einer die Zauberin übernehmen kann. Gemeinsam könnt ihr euch auf diese Weise der Horde entgegenstellen, Fallen platzieren und jede Menge Grünhäute erledigen. Wer lieber alleine spielt, kann aber zumindest seine Bestleistungen mit denen seiner Freunde vergleichen, denn das Spiel zeigt euch im Menü die entsprechende Rangliste automatisch an.

Orcs Must Die 2 bietet denselben Spaß wie sein Vorgänger und ergänzt das Spielprinzip um einige sinnvolle Neuerungen. Auch wenn einige der neuen Fallen nur schmückendes Beiwerk sind und keine echten Neuerungen bieten, könnt ihr nun zumindest zwischen zwei Charakteren wählen und das Spiel mit unterschiedlichen Herangehensweisen meistern. Auf schwarzen Humor und markige Sprüche müsst ihr dabei in keinem Fall verzichten: Was der Kriegsmagier kann, kann die Zauberin nämlich schon lange und kommentiert das Geschehen ebenso witzig, was Orcs must die 2 zu einem echten Muss für Tower Defense Fans macht, die ein wenig Abwechslung vom statischen Spieldesign der Konkurrenz wollen.