Ocean Hero

Ocean Hero Review

Review

Aufmerksamkeitstrommel Browserspiel

Das Browsergame Ocean Hero ist eine Simulation von Trollgames, die spielerisch für ein ökologisches Thema sensibilisiert, ohne den Spaßfaktor mit seiner Botschaft zu unterdrücken: Die Artenvielfalt auf den Weltmeeren schrumpft, verursacht durch den Menschen. Wir stellen als Teamleiter ein Projekt auf die Beine, das rücksichtslose Fischer stoppen soll und sich bedrohter Tiere annimmt. Von unserem Inselhauptquartier aus päppeln wir fortan hungernde Delphin-Babys auf, kurieren erkrankte Schildkröten und wuchten gestrandete Wale zurück ins Wasser. Im Spielverlauf gewinnt unsere Aktion immer mehr an Fahrt, unser Ansehen steigt und die Herausforderungen werden größer. 


Unkonventionelle Taktiken

Trollgames ist ein Füssener Entwicklerteam, das mit My Magic Tales und Xhodon bereits zwei beliebte Browserspiele veröffentlicht hat. Im Vergleich zu diesen komplexer gestrickten Erscheinungen vom Entwicklerteam wirkt Ocean Heros Mechanik eher casual. Die Comic-Grafik, Soundeffekte und der Ton der Texte sind auf eine jugendgerechte Darstellung getrimmt, beispielsweise winkt uns bei jedem der kurzen Ladevorgänge ein kleiner Pinguin zu. Dabei berührt Ocean Hero sehr ernste Themen, was schon mit dem dramatischen Einstieg klar werden sollte: Wir werden Zeuge wie ein schurkenhafter Jäger eine Robbenmutter und ihr Junges an einem Strand überfällt und das Kleine mit dem Messer bedroht. Dabei reagiert der Spieler über Buttons auf die Szene, ein Klick auf "Das darf nicht sein!" lässt uns einschreiten, mit einer Stinkbombe schicken wir den Mann in die Flucht. Zu spät für das erwachsene Tier, das verwaiste Robbenbaby braucht nun eure Hilfe. In diesem Stil gibt das Spiel unserer Rolle als beschützender 'Ocean Hero' Gewicht. Hier geht es mal nicht um größer, schöner und mächtiger, sondern um eine erstaunlich selbstlose Aufgabe: Die Welt etwas besser zu machen. Dabei müssen die Helfer im Rahmen ihrer Mission auf innovative Taktiken zurückgreifen, um rücksichtslosen Praktiken auf See auf die Spur zu kommen und zu unterbinden. Das Spielkonzept zitiert eine reale Problematik und hat mit der gemeinnützigen Organisation "Sea Sheapard" einen Paten, der sich schon seit Jahrzehnten gegen Arten bedrohende Ausbeutung der Weltmeere und für die Bewahrung von maritimen Lebensräumen und Artenvielfalt einsetzt. Diesen kämpferischen Geist bekommt man auch in Ocean Hero zu spüren.


Ein sicherer Hafen zum Erholen

Vom Rauschen des Meeres begleitet, begeben wir uns auf einen ersten Rundgang über die einsame Insel. Hier schlagen wir unser Hauptquartier auf. Im späteren Spielverlauf beherbergt die Insel eine Reihe von Gebäuden, die uns beim Anklicken zu verschiedenen Funktionen wie den Missionsbildschirm oder der Crew führen. Auch unsere adoptiere Jungrobbe hat hier einen sicheren Liegeplatz. Noch ist sie aber ein mit Kakteen überwuchertes Eiland, das außer einer Anlegestelle noch keine Zeichen von Zivilisation zeigt. Der erste Bau ist ein weithin sichtbarer Leuchtturm, der uns von nun an Aufträge beschert. 


Trotz aller Selbstlosigkeit bleibt unsere Heldenhaftigkeit im Spiel nicht unbeachtet: Unser Ansehen steigt mit jeder guten Tat, die wir im Rahmen der Missionen oder der Heilung und Aufzucht von Tieren bestreiten. Ansehen ist dabei das, was in anderen Spielen Erfahrung ist, sie bemisst euren Fortschritt, und immer wenn wir durch unseren Einsatz eine bestimmte Menge Ansehen verdient haben, steigen wir eine Stufe auf. Um unsere Insel auszubauen, müssen wir einiges an störendem Unrat, Treibgut und Vegetation beseitigen, der die Bauflächen blockiert. Das ist teilweise erst ab höheren Levels möglich. Mit Aufräumen verbrauchen wir Energie, holen uns aber auch die Spielwährung Ocean Coins in die Brieftasche.

Mit genügend Platz entsteht die Heilungsstation, die anfangs eher einer provisorischen Hütte gleicht. Wie bei fast allen Gebäuden ist eine Modernisierung möglich, mit dem Ausbau steigen auch die Medizinvorräte. Anstatt selbst am Patienten zu pfuschen, geben wir kranke Tiere lieber bei unserem Helfer Dr. Nautilus in Pflege. Der witzig designte Nebencharakter kuriert die Meeresbewohner über mehrere Stufen, um so unser Ansehen zu steigern. Tiere heilen verbraucht mit jeder Stufe etwas der anderen wichtigen Ressource, Medizin. Genesene Tiere dürfen wir wieder in die Weiten des Meeres entlassen. Je mehr Exemplare wir heilen, umso mehr Arten kommen als Patienten hinzu. Ob in der Aufzucht oder beim Doc, jedes der Tiere hat einen Namen - uns bleibt also kaum etwas anderes übrig bleibt als die Rettung von Octopus 'Lancelot' persönlich zu nehmen. Tiere, die wir in Pflege genommen haben, wachsen bei kontinuierlicher Fütterung langsam heran und können schließlich in die freie Wildbahn zurückkehren.


Mit eigener Crew auf Rettungsmission

Aber wir tun mehr als nur verletzte Tiere aufzunehmen, wir begeben uns auch aktiv auf Rettungseinsätze, um Schaden schon im Vorfeld abzuwenden. Die Missionen, etwa die Hilfe für gestrandete Wale, ist ein mehrstufiger Prozess der Energie und "Ocean Coins" konsumiert, uns bei Abschluss aber eine Belohnung einbringt. In der Regel erhalten wir Ansehen und etwas der verbrauchten Energie zurück. Wenn wir mehr Energie benötigen, können wir zwischendurch eines unserer Tiere füttern, das bringt uns einen Energiepunkt, oder wir sammeln einen der zufällig erscheinenden Energy-Drinks auf unserer Insel ein. All diese Aktionen werden über Klicks auf bunte Buttons und animierte Symbole durchgeführt. Wenn die Energie zur Neige geht, heißt es warten, Ungeduldige dürfen auf die Premiumwährung "Seesterne" zurückgreifen, um auch ohne Energie aktiv zu bleiben.


Ist genug Baugrund frei, können wir ab Level 3 ein Hausboot an die Insel anlegen lassen, dessen Crew uns von da ab unterstützt. Zusätzliche Crew wird mit steigender Ansehensstufe freigeschaltet. Die einzelnen Charaktere haben einen Ausbildungslevel, mit jedem Anstieg steigen Attribute wie Moral und Stärke, das Teammitglied wird bei den Rettungseinsätzen effektiver. Für mehr Moral und Stärke können wir auch mit einer Aufwertung des Hausboots sorgen, mit jeder Verbesserung der Unterkunft gibt sich die Crew zudem mit weniger Ocean Coins Bezahlung zufrieden. Moral ist entscheidend für bestimmte Spezialmissionen - nur ausreichend motivierte Helfer haben hier eine Aussicht auf Erfolg. So trainieren wir nach und nach eine Mannschaft Helfer auf, die uns beim Kampf für die Tierwelt zur Seite stehen.


Jeden Tag aufs Neue

Auf diese Weise kommen wir voran und spielen immer neue Quest-Karten frei, deren gründliche Lösung mit Pokalen und Prämien belohnt wird. Hier warten neben regulären und speziellen Missionen auch Zeitmissionen, die man innerhalb eines abgesteckten Zeitrahmens abschließen sollte, um die Sonderbelohnungen nicht zu verspielen. Zudem können werden wir jeden Tag mit einer Tagesquest konfrontiert.

Manche der Missionen sind aber so gewagt, dass man besser mit anderen Ocean Heros kooperiert. Damit sich Mitspieler komfortabel kurzzuschließen können, bietet das Browsergame Freundesmanagement und Ligen. Chat und Gilden bringen virtuelle Tierretter näher zusammen, Geschenke wie Energie und Coins festigen die Zusammenarbeit bei der Tierrettung. Auf Gilden warten gemeinsames Bauen und spezielle Quests. Die Macher hinter Ocean Hero veranstalten zudem Events, die an reale und aktuelle Geschehnisse angelehnt werden. Alle Spieler arbeiten in solchen Fällen gemeinsam an den sogenannten "Weltenherausforderungen", um das Schlimmste abzuwenden. Um gierige Wilderer zu stoppen und die bedrohten Tiere zu schützen, verlangt Ocean Hero also vollen Einsatz vom Spieler.