Windows 10 Präsentation - Cortana, HoloLens und kostenlose Updates

Microsoft präsentiert die aktuelle Version seines nächsten Betriebssystems und VR-Brille HoloLens. Für Besitzer von Windows 7 und 8.1 soll das Upgrade kostenlos sein.

So ganz neu ist Windows 10 natürlich nicht mehr, denn die erste öffentliche Beta, „Windows Technical Preview“ genannt, erschien bereits im Oktober des vergangenen Jahres. Doch seit dieser ersten Vorschau hat sich viel getan, denn Microsoft hat sich das Feedback der Nutzer genau angeschaut und auf dieser Basis ganz gezielt Verbesserungen vorgenommen. Diese und einige weitere Neuerungen hat man nun in einer rund zweistündigen Präsentation gezeigt. Dabei erläuterte man zugleich die grundsätzliche Ausrichtung der neuen Windows-Welt, zu der man auch Windows Phone und die Xbox-Marke zählt.

Den Anfang machte der Windows-Boss Terry Myerson, der neben der obligatorischen Begrüßung auch ein paar Fakten parat hatte. Demnach hatte die Technical Preview insgesamt 1,7 Millionen Tester und davon gaben immerhin gut 800.000 Leute Feedback. Letzteres ist für Microsoft besonders wichtig, da man mit Windows 10 nicht nur die Sicherheit, sondern vor allem auch die Nutzerfreundlichkeit deutlich verbessern will. Der technische Aspekt soll weiter in den Hintergrund rücken, so dass die Windows-Welt leichter verständlich wird. Aus diesem Grund sollen künftig alle Systeme mehr oder weniger das gleiche Betriebssystem nutzen. Ob PC, Notebook, Tablet, Smartphone oder Konsole, die Erfahrung für den Nutzer soll nicht mehr so stark von der Plattform abhängen. Die Xbox One soll auch vom neuen Windows profitieren und umgedreht soll Windows 10 mit Hilfe der Erfahrungen aus dem Konsolen-Bereich zum bislang besten System für Spieler werden.

Die wohl wichtigste Nachricht ist aber, dass Windows 10 für ein Jahr als kostenloses Update für alle Nutzer von Windows 7, Windows 8.1 und Windows Phone verfügbar sein wird. Da man sein Betriebssystem inzwischen als Service begreift werden zudem alle Updates ab Windows 10 kostenlos sein.

Sprachsteuerung Cortana

Der Chefdesigner Belfiore stellte außerdem Cortana, Microsofts Gegenstück zu Googles Siri, vor. Die Dame dürfte Spielern bereits aus der Halo-Reihe bekannt sein und soll nun nicht nur im Spiel, sondern auch am Rechner hilfreich zur Seite stehen. Mit Sprachbefehlen lasst ihr sie nach Fotos suchen, das Wetter vorlesen oder euren Musikplayer steuern. Mit dem Master Chief ist sie offenbar viel herumgekommen und daher beherrscht sie auch acht Sprachen. Wer mag der kann sie außerdem seine Mails usw. tippen lassen.

Mobiles Office und ein neuer Browser

Office Touch, die mobile Variante von Word, Excel und Co., ist zukünftig auf allen Mobilgeräten mit Windows 10 vorinstalliert. Das neue Outlook kommt in Form einer Universal-App daher und ist somit auf allen Plattformen nahezu identisch. Es folgten der neue Kalender, die Kontakte-App und Foto-Verwaltung, ehe es mit Project Spartan wieder interessanter wurde. Es handelt sich dabei nämlich um den neuen Browser, der den ungeliebten Internet Explorer ablösen soll. Der soll nicht nur schneller und sicherer sein, sondern auch zahlreiche neue Funktionen bieten. So werdet ihr zum Beispiel Webseiten direkt im Browser mit Notizen und Anmerkungen versehen und Cortana ist natürlich komplett integriert.

Xbox und Windows verschmelzen

Mit Phil Spencer, dem Chef der Xbox-Abteilung, wurde es dann auch endlich für die Gamer interessant. Die Xbox soll ein fester Teil des Windows-Ökosystems werden und der nächste Schritt dorthin ist eine Xbox-App für Windows 10. Ähnlich dem längst ausrangierten Games for Windows Live-Client könnt ihr darüber mit Xbox-Freunden chatten und später auch noch mehr machen. Die Xbox-Nutzer sollen zum Beispiel mit der Aufnahmefunktion Gameplay-Videos direkt an Nutzer der Xbox-App schicken. In die andere Richtung soll das ebenfalls funktionieren, wobei die Länge jedoch auf 30 Sekunden beschränkt ist. Die größere Nähe der Systeme zeigt sich vor allem darin, dass zukünftig Nutzer von Xbox, Windows 10 und Windows Phone plattformübergreifend miteinander Spielen können. Auch Streaming von der Xbox auf euren PC oder das Tablet und umgedreht soll bald möglich sein. Aktuell läuft das zumindest in Richtung PC schon ganz gut bei immerhin 720p und 30 FPS. Das Ziel sind volle 1080p und 60 Bilder pro Sekunde, aber dafür müsst ihr dann schon über ein leistungsfähiges (und möglichst verkabeltes) Heimnetz verfügen.

VR-Brille HoloLens

Das letzte Highlight war schließlich die Enthüllung von Microsofts „HoloLens“. Die Virtual-Reality-Brille wurde von Alex Kipman und dem Rest des Kinect-Teams gemeinsam mit der NASA entwickelt. Sie ist vollgestopft mit eigener Hardware und funktioniert daher auch ganz ohne einen PC oder ein Smartphone. Mit der Brille sollen die reale Welt und virtuelle Elemente miteinander verschmelzen und neue Wege der Kommunikation und Gestaltung eröffnet werden. Das wahre Potential der Brille muss sich noch zeigen, aber die nötigen APIs dafür sind in den Windows-Programmen bereits enthalten und die NASA wird damit den Mars-Rover steuern.

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