Twitch setzt Copyright durch

Der Streaming-Dienst Twitch prüft ab sofort die gespeicherten Inhalte auf Musik, die gegen das Copyright verstößt.

Schon seit einer ganzen Weile gibt es Gerüchte, nach denen Twitch bald von Google bzw. deren Youtube-Abteilung übernommen wird und die neuesten Änderungen bei Twitch heizen diese Gerüchte nun noch weiter an. Wie das Unternehmen jetzt mitteilt, wird man fortan die Technologie von Audible Magic nutzen, um VODs (Video On Demand, also alle abgespeicherten Videos) auf die Nutzung von Musik mit Copyright zu prüfen.

Das System prüft die Videos in 30 Minuten Blöcken und wenn innerhalb dieses Zeitrahmens ein geschütztes Musikstück zu hören ist, ob nun direkt oder nur im Hintergrund, dann wird der komplette Block auf stumm geschalten. Diese Regelung gilt übrigens nicht nur für Chart-Hits usw., sondern auch für viele Spielesoundtracks, sodass ihr auch schon Probleme bekommen könntet, wenn zum Beispiel in eurem Halo-Stream der dazugehörige Soundtrack zu hören ist. Die Software ist so effektiv, dass sich auch Twitch selbst nicht davor schützen kann und somit sogar der Twitch Weekly Broadcast von den Einschnitten betroffen ist. Ein ähnliches System kommt auch bei Youtube zum Einsatz, wobei dort die Videos gerne komplett vom Netz genommen werden.

Bei den gespeicherten Videos gibt es zudem noch eine zweite Änderung, die zwar nachvollziehbar ist, aber genauso wenig für Jubel sorgen dürfte. Es wird zukünftig nicht mehr möglich sein, Streams für immer zu speichern. Wenn ihr etwas für die Nachwelt bewahren wollt, dann müsst ihr aus den Videos Highlights erstellen und diese auf maximal 2 Stunden stutzen, denn nur die werden dauerhaft im Archiv gespeichert. Als Grund für diesen Schritt sagte Twitch, dass etwa 80 % ihres Speicherbedarfs von Videos kommt, die niemals angeschaut werden. In drei Wochen wird Twitch die ersten Videos löschen, sodass ihr also möglichst bald mit der Sicherung eurer persönlichen Highlights beginnen solltet.

Diese Änderungen bedeuten sowohl für die Zuschauer als auch für die vielen Streamer, die teilweise davon Leben, große Probleme und darum denken nun viele Nutzer laut darüber nach, ob sie zu anderen Diensten wie beispielsweise Hitbox wechseln sollten.