Kickstarter-Projekt Yogventures eingestellt

Trotz erfolgreicher Finanzierung via Kickstarter wurde die Entwicklung von Yogventures überraschend eingestellt.

Auf Kickstarter wurdeYogventures Screenshotn in den letzten Jahren hunderte von Spielen finanziert und viele davon sind inzwischen auch fertiggestellt worden. Projekte wie Double Fines Broken Age oder den Zombie-Survival-Titel 7 Days To Die von The Fun Pimps hätte es ohne die Unterstützung der Spieler wohl nie gegeben, aber leider ist man auch auf Kickstarter nicht vor unangenehmen Überraschungen sicher. Nachdem es zuletzt viel Wirbel um Betrugsversuche im Zusammenhang mit OUYAs „Free the Games“-Initiative gab, sorgt nun ein anderes Projekt für Ärger.

Es geht um das Sandbox-Spiel Yogventures, das 2012 auf Kickstarter begann und dort gut 570.000 US Dollar, also mehr als das Doppelte der angepeilten Viertelmillion, einspielte. Das Spiel war ein Gemeinschaftsprojekt des Indie-Studios Winterkewl Games und dem bekannten Youtube-Kanal Yogscast und die recht hohe Summe kam sicher nicht zuletzt aufgrund dieser praktischen PR-Unterstützung zusammen.

Lange Zeit sah also alles gut aus für Yogventures, doch heute, mehr als zwei Jahre nach dem erfolgreichen Ende der Kickstarter-Kampagne, findet das Projekt ein äußerst unrühmliches Ende. In einer Email an die Unterstützer der Kampagne schrieb Lewis Brindley, Mitgründer von Yogscast, dass Winterkewl Games die Arbeiten an Yogventures eingestellt hat. Dies sei jedoch eine gute Sache, da das Projekt für das 6-Mann-Team einfach zu ambitioniert und schwierig gewesen sein.

Trotzdem wolle Yogscast aber dafür sorgen, dass die Unterstützer tolle Dinge und Erfahrungen für ihre Beteiligung erhalten. Darum erhalten alle Unterstützer Zugang zu TUG, einem anderen Open-World Survival-Game, das derzeit auf Steam Early Access zu finden ist. Laut Brindley ist TUG in vielerlei Hinsicht das Spiel, das Yogventures hätte werden sollen.

Während dieser Ersatz zwar eine nette Geste sein mag, äußerten jedoch bereits viele Unterstützer den Wunsch nach einer Rückzahlung ihres Geldes. Besonders interessant wird es, wenn man an all die Unterstützer denkt, die weitaus mehr als nur das Basis-Paket bezahlt haben. Über 1000 Nutzer steckten jeweils mehr als 90 $ in die Kampagne und die werden sich wohl kaum mit einem Ersatzspiel zufriedengeben.

Vielen Unterstützern wurden zusätzliche Goodies wie Comics, T-Shirts und Figuren versprochen, die es ohne das Spiel nun wohl nicht geben wird. 200 Nutzer zahlten sogar Summen jenseits der 300 $ Marke und fünf Fans entschieden sich sogar für das 10.000 $ Paket. Gut zwei Jahre nach dem Ende der Kampagne dürfte wohl schon ein nicht unerheblicher Teil des Geldes genutzt worden sein und man darf gespannt sein, ob und wie man die Nutzer nun entschädigen will.