Google entfernt den Begriff „Kostenlos“

Google folgt einer EU Richtlinie und entfernt bis September alle Free2Play Apps aus der Kategorie „Kostenlos“.

Es könnte der Anfang vom Ende sein: Free2Play Titel bringen ihre Kosten hauptsächlich durch die großen Massen an Benutzern ein, und aufgrund der Tatsache, dass statistisch gesehen in großen Massen immer ein paar wenige Leute dabei sind, die dann genug Geld ausgeben damit das Spiel sich am Ende des Monats rechnet.

Diese großen Massen könnten bald wegfallen: eine EU Richtlinie verlangt, dass alles, was als „Free“, also „Gratis“ beworben wird, keinerlei echte Kosten (auch wenn sie optional sind) enthalten sollten. Der genaue Wortlaut der insgesamt vier Forderungen vom Dezember  2013 lautete:

 

  • Bei Spielen, die als „free“ bzw. „kostenlos“ beworben werden, darf es keine Irreführung der Verbraucher hinsichtlich der wahren Kosten geben.

  • Die Spiele dürfen Kinder nicht direkt dazu auffordern, Produkte zu kaufen oder Erwachsene zu überreden, die Produkte für sie zu kaufen.

  • Die Verbraucher müssen über die Zahlungsmodalitäten angemessen informiert und Geldbeträge dürfen nicht per Voreinstellung ohne ausdrückliches Einverständnis des Verbrauchers abgebucht werden.

  • Die Händler müssen eine E-Mail-Adresse angeben, die die Verbraucher für Fragen oder Beschwerden nutzen können.

 

Ok, also nichts als „Gratis“ bewerben was Kosten enthält, Kinder (und die Geldbörsen der Eltern) sollen vor der Raffgier der Hersteller geschützt werden, Kunden sollen sich praktisch immer wieder neu für Zahlungsmethoden und Bedingungen entscheiden, es soll keinen Automatismus (z.B. One-Click-Buy) geben, und es soll eine Kontaktmöglichkeit per E-Mail vorhanden sein.

Google hat nun angekündigt, diesen freundlichen Empfehlungen Folge zu leisten und wird alle Free2Play Apps ausdem Bereich Kostenlos entfernen. Dieser Schritt dürfte ein großes Loch in vielen Free2Play Kassen reißen, denn die Hauptzielgruppe lässt sich nun mal über den „Gratis“ Begriff ködern.

Hauptkonkurrent Apple macht seinerseits noch keinerlei Anstalten, irgendwas zu ändern, und das hat seine Gründe. Tatsächlich sind die Umsatzzahlen bei iOS 4 bis 5 Mal höher im Vergleich zu Android, kein Wunder also dass Apple sich schwertut, diesem Goldesel einen Korken in den Hintern zu stopfen.

Es grenzt schon fast an ein Wunder dass Google sich freiwillig darauf einlässt. Apple wird sich dazu wahrscheinlich nicht so einfach bereit erklären, immerhin stößt man damit einige wertvolle Geschäftspartner vor den Kopf (was bei Android durch das offene System ja ohnehin gegeben ist).

Sollte die Empfehlung der EU tatsächlich eines Tages bindend werden, dann dürfen wir uns über tiefgreifende Änderungen um Free2Play Bereich freuen. So mancher wird dann von der Bildfläche verschwinden, allerdings ist es ein weiiiiiter Weg, bis die EU sich auf ein Gesetz einigt.

Die ganze Sache an sich ist allerdings ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Wilde Westen, der bisher im Bereich Mobile und Onlinespiele herrschte, langsam der Zivilisation weichen muss. Die Goldgräberzeiten neigen sich dem Ende zu, zumal die Goldminen ohnehin maßlos überfüllt sind. Wir sind gespannt, wie es weiter geht!

Quellen: Eu Empfehlung kostenloser Apps / Onlinespiele