Capcom beendet Übernahme-Schutz

Capcom hat seine Strategie zum Schutz vor feindlichen Übernahmen überraschend aufgegeben. Theoretisch könnten die Japaner nun von anderen Firmen geschluckt werden.

Capcom ist zweifellos einer der einflussreichsten Entwickler und Publisher Japans. Im Vergleich zu vielen Konkurrenten ist das traditionsreiche Unternehmen zudem nicht nur in Japan, sondern auch im Westen erfolgreich und das macht die Japaner natürlich zu einem begehrten Ziel für feindliche Übernahmen. Aus diesem Grund hatte man im Jahr 2008 auch eine sogenannte Takeover-Defense-Strategie eingeführt, die verhindern sollte, dass das Unternehmen von Dritten übernommen wird.

Es war also bislang nicht möglich, sich mehr als 49 Prozent der Anteile an Capcom zu sichern, aber auf der 35. Generalversammlung der Capcom-Aktionäre wurde diese Strategie nun nicht mehr verlängert, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Somit könnten nun theoretisch Investoren und konkurrierende Unternehmen etc. versuchen, sich die Mehrheit der Capcom-Aktien zu sichern und so die Kontrolle über Capcom und damit auch über berühmte Marken wie „Resident Evil“, „Dead Rising“ und „Street Fighter“ erlangen.

Für Firmen mit dem nötigen Kleingeld ist Capcom also ein durchaus interessantes Ziel und für Sony und Microsoft wäre es sicher reizvoll, diese Marken exklusiv nutzen zu können. Capcom selbst kündigt unterdessen an, trotzdem im Rahmen geltender Gesetze gegen mögliche feindliche Übernahmen vorgehen zu wollen. Den Aktionären will man in jedem Fall genügend Zeit geben, um solche Angebote zu prüfen. Davon abgesehen will man natürlich weiterhin den Wert des Unternehmens steigern.