Areal Kampagne von Kickstarter gestoppt

West Games muss seine Pläne mit Kickstarter begraben und startet eine neue Kampagne über die eigene Website.

Die Geschichte rund um die umstrittene Kickstarter-Kampagne für West Games Areal nimmt eine weitere Wendung, aber werfen wir doch noch kurz einen Blick auf die bisherigen Ereignisse. Nachdem das Projekt zunächst gut gestartet war, musste West Games viel Kritik einstecken und es tauchten immer mehr Betrugsvorwürfe auf. So behaupteten u.a. hhemalige Stalker-Entwickler wie das Studio Vostok Games, dass das Team von West Games nicht wirklich eine größere bei der Entstehung von Stalker spielte. Um das zu entkräften präsentierte West Games einige Zeit später plötzlich Alexey Sytyanov, der tatsächlich am Game Design von Stalker beteiligt war.

Die kritischen Stimmen wurden jedoch nicht leiser und das Projekt stagnierte weiter bei etwa 37.000 $. Das Ziel waren mindestens 50.000 $, wobei das für solch ein Projekt eine extrem kleine Summe ist. Also veröffentlichte man vor einigen Tagen ein Video des Areal Prototypen, das die Lage aber nur noch schlimmer machte. Das gezeigte Material wirkte gestellt und nur für dieses Video zusammengeschustert. Außerdem lief der Prototyp anscheinend nicht mit einer, wie in bislang behauptet, mit einer eigenen Engine, sondern auf Unity und zu allem Überfluss benutzte man auch noch Assets (3D-Objekte, Texturen etc.) aus einem einfachen Asset-Paket, dass man im Unity-Store kaufen kann.

Doch das war nicht das Ende der Kampagne, denn am vergangenen Sonntag erreichte die Kampagne quasi über Nacht doch ihr Ziel. Aus heiterem Himmel fanden sich Unterstützer, die enorme Summen beisteuerten. So kamen am Samstag (19. Juli) nur zwei neue Unterstützer dazu, aber die Summe stieg um 12.000 $ und nur einen Tag später kamen weitere 14.000 $ dazu, obwohl die Zahl der Unterstützer gleich blieb. Die Krönung dieser unerwarteten Entwickler war jedoch ein Brief, den angeblich Russlands Vladimir Putin an die Entwickler geschrieben haben soll. Darin stand, dass seine Tochter das Projekt unterstützen würde und er die Entwickler gerne zu sich in den Kremel einladen würde. Nun wissen wir alle, dass dem Herrn Putin wirklich so einiges zuzutrauen ist, aber das ist schwer zu glauben.

Kommen wir nun zum nächsten Akt in diesem Stück, das sich schon jetzt einen festen Platz in den Geschichtsbüchern der Spielebranche gesichert hat. Nachdem das Projekt tatsächlich sein Ziel (auf fragwürdige Weise) erreicht hatte, wurde Kickstarter das Ganze nun wohl doch etwas zu riskant und darum hat man die Areal Kampagne jetzt gestoppt. Kickstarter selbst hat offizielle noch keine Gründe dafür genannt und auch West Games selbst konnte dazu keine Angaben machen. Aufgeben will man aber trotzdem nicht und darum hat man direkt auf der Areal Website eine eigene Crowdfunding Kampagne gestartet. Die Rahmenbedingungen sind dabei die gleichen wie noch auf Kickstarter, nur dass eben alles direkt über West Games läuft und die Unterstützer somit ein noch größeres Risiko eingehen. Auf der Seite kann man übrigens bislang nicht einsehen, welche Summe bislang zusammengekommen ist, sodass man nur mutmaßen kann, ob Areal sein Ziel auch ohne Kickstarter erreichen kann.

Wir würden uns zwar über einen inoffiziellen Stalker-Nachfolger sehr freuen, aber wir können, wie bei jeder Crowdfunding Kampagne, allen interessierten Spielern nur raten, sich vor einer Investition zu informieren. Kickstarter, IndieGoGo und Co. sind nunmal keine Vorbestell-Plattformen.