MechWarrior Online

MechWarrior Online Review

Review

Altgedient

Die MechWarrior-Reihe ist eine Spielserie mit langer Tradition. Bereits 1989 konnten Spieler erstmals ins Cockpit eines riesigen Kampfläufers klettern und sich mit computergesteuerten Kontrahenten duellieren. Im Jahre 2002 fand die Serie mit MechWarrior 4: Mercenaries ihren vorläufigen Abschluss; nun können aber Fans überdimensionaler Roboter mit der Free-2-Play_Variante MechWarrior Online erneut das Schlachtfeld betreten und diesmal gegen Spieler aus aller Welt ihr Können unter Beweis stellen.

Zu Beginn müssen angehende Mech-Piloten zunächst einen Account erstellen. Mit diesem können sie dann auch direkt loslegen, denn MechWarrior Online bietet gleich zu Beginn einige vorkonfigurierte Kampfläufer zum Ausprobieren an. Die Auswahl kann sich dabei sehen lassen, denn aus allen vier Kategorien steht ein Model bereit: Der leichte Mech Jenner JR7-F, der mittelschwere Cicada CDA-2A, der schwere Catapult CPLT-K2 und der Assault-Mech Atlas AS7-D. Worin sich diese Modelle voneinander unterscheiden, erkennen unschlüssige Piloten im Mech Info-Fenster auf der linken Seite. Hier finden sich Details wie Laufgeschwindigkeit, Gewicht, Panzerung, Feuerkraft und Hitzeeffizienz. Auch die Bewaffnung der Kampfläufer wird detailliert aufgeführt, genauso wie Zusatzmodule und mögliche Upgrades.

Diese vier Mechs können aber nur geliehen und daher auch nicht modifiziert werden. Damit lassen sich mit ihnen immer wieder aufs Neue Gefechte bestreiten; wer aber dauerhafte Veränderungen vornehmen möchte, muss Geld investieren und sich einen Kampfläufer kaufen. Dies geschieht entweder durch die Ingame-Währung, die in Matches gewonnen werden kann, oder durch die Premiumwährung Mechwarrior Credits. Letztere muss zunächst gegen Echtgeld erworben werden, ist aber nicht zwingend Voraussetzung. Viele Kampfläufer lassen sich auch nach und nach durch die Teilnahme an Matches erspielen. Das dauert allerdings seine Zeit und ist nichts für ungeduldige Naturen. Gleichzeitig gibt es auch einige besondere Mechs, die nur gegen die Zahlung von Mechwarrior Credits erworben werden können.


Auf in den Kampf!

Habt ihr euch für einen Mech entschieden, sei es nun ein Gemieteter oder ein Gekaufter, könnt ihr euch direkt ins Gefecht stürzen. Das Spiel teilt euch automatisch einer Partie zu, sodass ihr keine Server auswählen müsst. Stilecht beginnt das Match dann auch in der Cockpit-Ansicht, in der ihr eurem Alter Ego dabei zuschauen könnt, wie er die Anzeigen des Mechs checkt und alle Systeme hochfährt.

Die Steuerung des Mechs mag gerade für Spieler gängiger Shooter eher gewöhnungsbedürftig erscheinen: Zwar wird der Mech über Bewegungstasten (WASD) gesteuert. Allerdings sind in MechWarrior Online Torso und Beine voneinander getrennt. Damit könnt ihr den „Oberkörper“ des Roboters unabhängig von der Laufrichtung bewegen. Das bedeutet aber auch, dass eine Bewegung mit der Maus nicht die Richtung ändert, in die ihr euch bewegt. Stattdessen müsst ihr jede Drehung durch Drücken der Tasten durchführen. Schnelle Rotationen sind damit natürlich nicht möglich. Hinzu kommt, dass ihr durch das Drücken der Vorwärts-Taste nur die Geschwindigkeit einstellt, der Mech sich aber auch ohne weiteres Zutun fortbewegt. Wer also, wie in anderen Spielen, erwartet, dass ihr anhaltet, sobald ihr die Bewegungstasten loslasst, muss zunächst einmal gehörig umdenken.


Feuer frei!

Auch das Abfeuern der einzelnen Waffensysteme geht etwas anders vonstatten: Zwar könnt ihr eure primären Waffensysteme auch durch einen Mausklick auslösen. Effektiver ist es aber, wenn ihr einzelne Systeme über das Menü, das sich am rechten unteren Bildrand befindet, gruppiert. Auf diese Weise lassen sich durch einen Tastendruck beispielsweise alle Raketenwerfer oder alle Laser auf einmal abfeuern.

Das kommt euch besonders aufgrund eines Umstandes zugute, der ein weiteres wichtiges Element der Spielmechanik von MechWarrior Online ausmacht: Das Hitzemanagement. Veteranen der Serie werden nun wissend nicken, denn wie schon in den anderen Spielen auch, droht euer Mech nach der intensiven Nutzung seiner Waffen zu überhitzen. Besonders die starken Laserwaffen verursachen viel Wärme, die im schlimmsten Fall dazu führen kann, dass sich euer Mech wegen Überhitzung kurzzeitig abschaltet und ihr wehrlos auf dem Schlachtfeld steht. Um solche Situationen zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Hitzeanzeige stets im Auge zu behalten und gelegentliche Feuerpausen einzulegen.

Aber auch die Umgebung, in der die Kämpfe ausgetragen werden, kann die Mech-Temperatur beeinflussen. Einige Karten versetzen euch nämlich in heiße Lavaumgebungen, in denen euer Mech sich schon durch das einfache Laufen aufheizt. Wer hier nicht extrem umsichtig ist, muss schnell einmal einen Augenblick aussetzen. Im Umkehrschluss gibt es aber auch Eislandschaften, in denen Hitze nur selten zum Problem wird. Außerdem können clevere Mechpiloten ihre Umgebung geschickt nutzen: Wer seinen Kampfläufer in einen See oder Fluss steuert, sorgt ebenfalls für etwas Abkühlung.


Weitläufige Areale

Die Karten von MechWarrior Online sind allesamt sehr groß, sodass ihr eure Gegner gelegentlich über sehr große Entfernungen bekämpfen könnt. Damit eure Rakten aber auch ihr Ziel finden, benötigt ihr eine gute Aufklärung, die meist den leichten und sehr flinken Kampfläufer zufällt. Entdeckt nämlich ein Spieler einen Gegner, so wird dieser automatisch für alle anderen Teammitglieder sichtbar. Durch einen Tastendruck könnt ihr dieses Ziel dann einloggen und mit dem Beschuss beginnen.

Dabei ist das Schadenssystem in MechWarrior Online recht detailliert: Jeder Roboter besteht aus mehreren Teilen, die einzeln Schaden erleiden können. Wer Pech hat, verliert also schnell einmal einen Arm und damit die daran befindlichen Waffen oder wird nach dem Verlust eines Beines bewegungsunfähig. Welche Teile eures Mechs bzw. des Gegners beschädigt sind, könnt ihr einer eigenen Anzeige entnehmen. Ist der Schaden jedoch zu groß, explodiert euer Kampfläufer und ihr müsst den Rest der Runde von den Zuschauerplätzen aus verfolgen.

Besitzt ihr einen eigenen Mech, so könnt ihr in eurem Mechlab, die entsprechenden Finanzmittel vorausgesetzt, ein wenig daran herumbasteln.so könnt ihr einzelne Komponenten aus eurem Mech ausbauen und durch andere ersetzen, beispielsweise um eure Bewaffnung zu ändern. Außerdem lassen sich diverse Upgrades durchführen, die die Statuswerte eures Kampfläufers verändern: eine bessere Panzerung oder ein effizienteres Kühlaggregat verbessert eure Überlebenschanchen auf dem Schlachtfeld bedeutend. Und wer seinen Mech besonders lieb gewonnen hat, kann ihn zudem durch eine hübsche Tarnbemalung individualisieren.


Optische Hilfsmittel

In Sachen Grafik setzen die Entwickler von Piranha Games auf die CryEngine 3, was eine durchaus ansprechende Optik zulässt, wenngleich viele Levels eher schmutzig und grau wirken. Trotzdem sind schöne Wettereffekte und schön animiertes Wasser möglich, dass aber in den Gefechten eher selten Beachtung finden dürfte. Außerdem gibt es einige Levels, in denen die Sichtweite durch Schneestürme oder Dunkelheit stark eingeschränkt ist. Dann helfen die Termalsicht, die Hitzequellen hervorhebt, beziehungsweise ein Nachtsichtgerät. Beides sorgt aber für eine eher zweckmäßige Ansicht, die keinen Schönheitspreis gewinnt.

Wer bereit ist, sich ein wenig in die Spielmechanik einzuarbeiten und vor einigen gelegentlichen Frustmomenten nicht zurückschreckt, bekommt mit Mech Warrior Online aber eine interessante Simulation geboten, die noch dazu kostenlos spielbar ist. Und Fans der altgedienten MechWarrior-Reihe, kommen an dieser Neuauflage sowieso nicht vorbei.