Jagged Alliance Online

Jagged Alliance Online Review

Review

Trainingseinheiten

Als Söldner der Organisation A.I.M. (Association of International Mercenaries) erfüllt ihr im Browsergame Jagged Alliance Online überall auf der Welt gefährliche Aufträge und versucht dabei, euren Trupp unbeschadet durch die Horden feindlicher Soldaten hindurchzuschleusen.

Das Spiel selbst führt euch zu Beginn im Rahmen des Tutorials durch einen Hindernisparcours, in dem ihr die grundlegende Steuerung und die Spielmechanik erklärt bekommt.  So lernt hier gleich zu Beginn, dass das Spielgeschehen in Jagged Alliance Online stets rundenbasierend abläuft. Jede eurer Spielfiguren, von denen ihr in späteren Missionen mehrere mitführen könnt, verfügt über ein gewisses Kontingent an Aktionspunkten. Diese Punkte werden dazu verwendet, die einzelnen Handlungen durchzuführen. Dabei ist es egal, ob ihr euch bewegt, eure Waffe benutzt oder sie nachladet; alles kostet APs, lediglich die Höhe der Kosten unterscheidet sich. Wie viel Punkte eure Spielfigur hat, hängt von ihren Fähigkeiten und ihren Charakterwerten ab: Jeder Söldner verfügt über Körperfähigkeiten wie Ausdauer, Stärke, Reflexe, Geschicklichkeit und Wahrnehmung. Diese könnt ihr bei jedem Levelaufstieg ausbauen und so die Werte eures Soldaten aufbessern. Reflexe sorgen beispielsweise für mehr Aktionspunkte, während die Ausdauer die Lebensenergie erhöht und Stärke das Tragen schwerer Ausrüstungsgegenstände ermöglicht.

Neben den Körperfähigkeiten gibt es darüber hinaus aber auch Waffenfähigkeiten, die sich auf den Umgang mit der jeweiligen Waffenklasse auswirken. Je mehr Punkte ihr in eine Kategorie investiert, desto höher ist die Trefferwahrscheinlichkeit. Jagged Alliance Online unterscheidet dabei zwischen Pistolen, Gewehren, Maschinenpistolen, Flinten, Scharfschützen-, Sturm- und Maschinengewehren.


Die Qual der (Klassen-)Wahl

Zu Beginn des Spiels könnt ihr eine Klasse für euren Charakter auswählen, der er fortan angehören soll und die die Charakter- und Waffenwerte bestimmt. Zur Auswahl stehen dabei der Späher, Kommando, Scharfschütze, Soldat und der Schütze. Die Wahl der Klasse entscheidet aber nicht nur über die bevorzugte Waffe, sondern auch auf welche Entfernung eure Spielfigur die Feinde effektiv bekämpfen kann. Ein Scharfschütze ist beispielsweise nur auf große und mittlere Distanzen effektiv, da seine Gewehre die größte Reichweite haben. Sollte er aber von Gegnern überrascht werden und diesen direkt gegenüberstehen, ist er deutlich verletzbarer. Ganz anders sieht die Sache bei Kommandosoldaten aus: Durch ihre Reflexe spielen sie ihre Stärke vor allem im Nahkampf aus, da sie mit ihren Maschinenpistolen auch auf überraschend hinter Ecken auftauchende Gegner reagieren können. Diese Klasse ist aber auf große Entfernung so gut wie gar nicht zu gebrauchen. Eine gute Mischung stellt der Soldat dar, der vor allem auf mittlere Distanzen mit seinen Sturmgewehren große Schäden anrichtet. Wer sich für einen Späher entscheidet, kann seinen Charakter mit einem Gewehr bewaffnen und entdeckt seine Gegner bereits lange, bevor dieser überhaupt mitbekommt, dass Feinde in der Nähe sind. Die Unterschiede in den Charakterklassen ermöglichen es, seine Spielweise an die eigenen Vorlieben anzupassen und unterschiedliche Taktiken auszuprobieren.

Seid ihr zu Beginn des Spiels noch alleine unterwegs, könnt ihr recht bald zusätzliche Söldner anheuern, die euch im Kampf unterstützen. Jeder Söldner kann entweder für einen Tag oder dauerhaft angeheuert werden; Letzteres ist aber nur durch den Einsatz der Premiumwährung möglich. Solltet ihr die Hilfe der Söldner nur tageweise anfordern, müsst ihr sie stets erneut bezahlen und damit ihren Vertrag verlängern.

Jeder der käuflichen Soldaten gehört ebenfalls einer der fünf Charakterklassen an und verfügt darüber hinaus auch über Spezialisierungen, die ihm besondere Boni oder Malusse verleihen. Eine schwere Kindheit sorgt beispielsweise für schlechtere Reflexe und Kettenraucher verfügen über eine geringe Ausdauer. Wer dagegen oft auf die Jagd geht, kann mit Gewehren besser umgehen und Bodybuilder verfügen über eine größere Stärke. Auf diese Weise lässt sich ein ganz individuelles Team zusammenstellen, das seine Nachteile gegenseitig ausgleicht und gegen jede Gefahr gewappnet ist. Habt ihr selbst einen Scharfschützen gewählt, empfiehlt es sich, einen Nahkämpfer anzuwerben, der einem die Gegner vom Leibe hält und gegebenenfalls für Ablenkung sorgt. Außerdem müsst ihr eure Strategie entsprechend der zur Verfügung stehenden Soldaten anpassen und euer Vorgeben entsprechend planen.


Tarnen und Täuschen

Euer Charakter kann sich entweder sprintend oder schleichend vorwärtsbewegen, was sich, neben den unterschiedlichen Aktionspunkt-Kosten, auch auf die Gefahr entdeckt zu werden auswirkt. Wer schleicht verursacht keine lauten Geräusche und kann sich Gegnern vielleicht unbemerkt nähern, braucht für den Weg aber deutlich länger und mehr APs. Zudem solltet ihr stets auf das Terrain achten, denn auf der Karte verstreute Gegenstände können euch Deckung bietet. Auf diese Weise könnt ihr euch vor feindlichem Feuer schützen und selbst gezielt zurückschießen. Das Abfeuern der Waffe kostet euch ebenfalls Aktionspunkte, wobei ihr unterschiedlich genau zielen könnt und somit auch die Kosten beeinflusst. Die Trefferwahrscheinlichkeit wird euch direkt neben dem Fadenkreuz angezeigt, sodass ihr stets entscheiden könnt, ob ihr lieber noch ein bisschen genauer nachjustieren wollte oder euer Glück einfach so versucht. Zudem unterscheidet Jagged Alliance zwischen zwei Trefferzonen: Dem Kopf und dem Rest des Körpers. Ein Kopftreffer hat eine deutlich geringere Trefferwahrscheinlichkeit, tötet den Gegner aber mit nur einem Schuss; zielt ihr auf den Torso habt ihr dagegen eine höhere Chance den Gegner zu verletzen, verursacht aber nur wenig Schaden, zumal viele Gegner schützende Ausrüstung tragen und daher mehrere Treffer verkraften.

Habt ihr alle Aktionspunkte eurer Spielfiguren aufgebraucht, müsst ihr die Runde beenden und somit den Gegnern ihren Zug ermöglichen. Habt ihr direkten Sichtkontakt zu feindlichen Spielfiguren, seht ihr, was diese vorhaben und auch ob sie euch nach der Entdeckung bereits direkt angreifen. Die Aufmerksamkeit der Feinde steigt dabei, wenn ihr euch zu laut vorwärtsbewegt, eure Waffe abfeuert oder Sprengstofffässer zur Explosion bringt. In solchen Fällen kommen sie sofort angerannt und nehmen eure Söldner ohne Gnade aufs Korn, sodass ihr stets genau planen solltet, welche Aktionen ihr wann und wo durchführt. Profis nutzen diesen Umstand, indem sie auf der Karte gezielt Fallen stellen: Ein paar gut platzierte Söldner können Gegnern, die nach einer großen Explosion nach dem Rechten sehen wollen, schnell den Garaus machen. Außerdem zerstören die immer wieder in den Levels auffindbaren Explosivstoffe nahezu alles in der unmittelbaren Umgebung, was neben den Schaden an Feinden auch ganze Wände wegreißen kann; zurück bleibt ein neuer Eingang in ein Gebäude oder eine neue Route, die zuvor versperrt war.


Auf Beutezug

Mit etwas Glück hinterlassen Gegner, die ihr erledigt habt, Beutegegenstände, die ihr für euch beanspruchen könnt. Jeder eurer Söldner verfügt über ein eigenes Inventar, in das ihr gefundene Waffen, Munition oder andere Gegenstände verfrachten könnt. Nach Abschluss der Mission könnt ihr diese dann in euer Lager packen und aufbewahren oder aber verkaufen. Im Shop findet ihr außerdem auch zahlreiche neue Waffen und Ausrüstungsgegenstände. Zudem gibt es hier auch die unterschiedlichsten Munitionsarten, die ihr für euere Einsätze braucht, denn gehen einem Söldner die Patronen aus, kann er die Waffe nicht weiter benutzen. Dann bleibt nur die besonders teuere Notversorgung, die euch per Luftfracht eine Kiste direkt auf der Karte abwirft. Beim Kauf der Munition müsst ihr aber stets darauf achten, dass ihr auch das richtige Kaliber wählt, sonst habt ihr eine Patronenkiste in eurem Inventar, mit der ihr nichts anfangen könnt.

Zwischen den Einsätzen wird euer Trupp in eurem Lager versorgt und ausrüstet. Neben dem Hospital, das Wunden und schwere Verletzungen heilt, findet ihr hier auch das Warenlager und die Werkstatt. Letzteres ermöglicht euch die Reparatur von beschädigter Ausrüstung und das Craften eigener Gegenstände. Materialien dafür findet ihr in Form von Beute oder könnt sie, mit etwas Glück, auch im Shop erwerben. Außerdem könnt ihr im Lager auch die Söldneragentur benachrichtigen und euch Verstärkung für euer Team holen.


Weltweite Einsätze

Auf einer großen Weltkarte werden euch die zur Verfügung stehenden Missionen angezeigt, die ihr gegen eine Belohnung absolvieren könnt. Um die Einsatzorte zu erreichen, benötigt ihr aber Treibstoff, der sich mit der Zeit jedoch langsam regeneriert. Welche Bezahlung euch bei erfolgreichem Abschluss winkt, könnt ihr hier ebenso einsehen wie auch die zu erfüllenden Missionsziele. Habt ihr einen Auftrag angenommen, geht es direkt an die Vorbereitungen, zu denen unter anderem auch die Auswahl der Teammitglieder gehört. Außerdem solltet ihr sichergehen, dass all eure Soldaten gut ausgerüstet und ausreichend bewaffnet sind.

Je mehr Einsätze ihr erfolgreich absolviert, desto mehr steigt das Ansehen eurer Firma, wodurch ihr auch immer neu Einsätze freischaltet. Wer aber nicht nur PvE-Kämpfe bestreiten möchte, kann stattdessen auch gegen andere Spieler antreten. Auf den Battlegrounds tretet ihr gegen die Söldner anderer Firmen an und könnt so Ehre gewinnen, die in einer separaten Rangliste geführt wird.

Im Gegensatz zu den mittlerweile sehr in die Jahre gekommenen Originaltiteln ist Jagged Alliance Online in Sachen Spielmechanik deutlich einfacher gehalten. Das tut dem Spielspaß aber keinen Abbruch und fordert Fans rundenbasierender Taktik-Spiele stets aufs Neue.