Goodgame Galaxy

Bei Goodgame Galaxy handelt es sich um ein kostenloses Strategie-Browsergame von Goodgame Studios.

Review

Der Weltraum, unendliches Fighten...

Goodgame Galaxy ist ein rein browserbasiertes Sci-Fi-MMO, in dem ihr in Zusammenarbeit oder Konkurrenz mit anderen Spielern eure Raumstationen baut, sie managt und verteidigt. Beim Ausbau eurer Raumstation gibt es einiges zu beachten - durchdachte Wechselwirkungen zwischen den zahlreichen Modulen bestimmen eure Effizienz im All, überlegtes Forschen bringt euch voran.

Doch der Weltraum ist ein raues Pflaster: Strategisch platzierte Verteidigungstürme sichern euer Überleben gegen Invasoren, wohlüberlegte Eroberungs- und Raubzüge mit euren verschiedenen Angriffsschiffen halten die Konkurrenz in Schach.

Das Zusammenspiel von Hardware und Software hat der Menschheit die Türe zur Besiedlung des Raums geöffnet. Rechnet man noch den zum Betrieb der Anlage nötigen Saft hinzu, bestimmt der Zugang zu drei Ressourcen eure Möglichkeiten: Titan, Silizium und Energie. Die ersten beiden sind unentbehrlich für Bauvorhaben, Energie fließt in die Forschung und die Waffen. Entsprechend sind Titanwerke,  Siliciumschmelzen und Fusionsreaktoren die Grundpfeiler eures Projekts. Ein anderer Aspekt der Stationsverwaltung ist die Unterbringung der Besatzung, die eure Anlagen am Laufen hält. Mit ausbaubaren Wohnmodulen bevölkert ihr das All.

Jedes weitere der diversen Konstruktionen bringt neue Features an Bord eurer Station. Die Inbetriebnahme ist an Vorbedingungen geknüpft: Neben den Anschaffungskosten stehen Forschungsaufwand und mögliche Nachteile einer Anlage im Raum. Die Installation ist letztlich eine Abwägung zwischen den positiven und negativen Eigenschaften des neuen Moduls.

So kann der Bau von Unterstützungsmodulen eure Förderraten steigern, dabei muss aber der begrenzte Einflussbereich solcher Einrichtungen berücksichtigt werden. Nur wenn eure Siliciumschmelzen tatsächlich nahe genug am Media-Tower liegen, kann sich dessen Förderungsbonus auf die Silicium-Erträge auswirken. Die einzelnen Spielmenüs sind direkt an solche Funktionsmodule gebunden.
Ein guter Bauherr behält solche Wechselwirkungen im Auge und die Station als Ganzes immer in Balance. Prinzipiell könnt ihr beim Ausbau aber auch eine Trial-and-Error-Strategie fahren, denn alle installierten Module sind ohne Weiteres austauschbar, die Belegung aller Bauplätze lässt sich durch Verschieben der einzelnen Bauten noch ändern.


Orbitaler Bonsai

Ist die Grundlagenforschung abgehakt, geht es an die Umsetzung. Über die Schaltzentrale erhaltet ihr Zugriff auf das allgemeine Baumenü, wenn ihr etwa weitere Produktionsstätten für die Ressourcen braucht, ist das eure Anlaufstelle.

Die meisten Stationsteile bieten zudem stufenweise Upgrades, die ihre Funktionalität erhöhen oder erweitern. Verbesserungsmöglichkeiten und ganz neue Techniken werden über das Forschungszentrum freigeschaltet. Die mögliche Forschung ist an den Level gebunden und vorheriges Erforschen ist die Voraussetzungen für den Ausbau fast aller Systeme. Upgrades werden direkt an den Modulen in Auftrag gegeben. So wird zum Beispiel die Schaltzentrale regelmäßig Verbesserungen unterzogen, was den Grundstein für die Aufstufung aller untergeordneten Module legt.

Goodgames Galaxy stellt die Expansion der eigenen Raumstation visuell ansprechend dar, sodass man seine Station mit einem gewissen Stolz umsorgt und ihr Wachstum wie bei einem überdimensionalen Bonsai-Bäumchen in Bahnen lenkt. Entsprechend der festen, isometrischen 2D-Perspektive entfaltet sich euer Projekt als ebenes Nebeneinander, ein Übereinander gibt wegen der drohenden Unübersichtlichkeit nicht. Die Grafik ist detailreich, durch viele Animationen belebt und unterstützt das Szenario mit futuristischem Design.


Vorhänge fürs Wohnmodul

Verglichen mit den unendlichen Weiten des Alls liegen die Raumstationen so nah beieinander, dass ihr eurem nächsten Nachbarn ins Wohnmodul glotzen könnt oder mal vorbeischaut, wenn euch der Zucker ausgeht. So brüderlich geht es aber in der Regel nicht zu, stattdessen müsst ihr euch in acht nehmen, nicht den Expansionsplänen naher Konkurrenten zum Opfer zu fallen. Ein paar Laser-Geschütztürme sind oft die beste Versicherung gegen aufdringliche Mitspieler.

Wenn Laser- und Plasmafeuer euch nicht weiterbringen, hilft vielleicht ein Plausch. Goodgame Galaxy bietet die üblichen Community-Funktionen, ein versöhnender Chat ist also kein Problem. Interessierten Spielern steht der Schulterschluss durch Allianzen offen, um so ein wenig Stabilität ins All zu bringen.

Orientierung verschafft man sich durch die Sektor- und der ihr übergeordneten Galaxie-Karte. In der Regel spielt man mit Sicht auf die eigene Station, der größte Button der unteren Steuerungsleiste befördert euch auf die Sektorkarte, in der alle Aktivitäten anderer Space-Siedler verzeichnet sind. Hier würde euch ein Reiter am linken Bildrand sogar den gesamten Spielraum eures Servers anzeigen. Die Rangliste des Servers gibt Auskunft über den eigenen Spielerfolg im Vergleich zu den Mitspielern.


Geniestreich oder Himmelfahrtskommando

Mit einer gut konfigurierten Raumbasis schafft ihr die Grundlagen für militärische Operationen. Die Größe und damit Schlagkraft euer Geschwader ist durch euren Spielerlevel bestimmt. Mit ihm wächst auch eure Offensivkraft.

Genauso wichtig ist aber eine Angriffsstrategie, die sich nach Aufbau und Verteidigungsanlagen des Ziels richtet. Um vitale Einrichtungen wie die Schaltzentrale trotz Geschütztürmen und feindlichen Raumschiffen auszuschalten, müsst ihr euer Überfallkommando richtig zusammenwürfeln. Jäger-Typen wie die Hornet, Barracuda oder Bastion haben unterschiedliche Angriffs- und Verteidigungswerte und unterscheiden sich zudem in Geschwindigkeit und der Reichweite ihrer Waffen. Sie lassen sich ebenfalls durch Forschung verbessern. Ihr schickt ausgewählte Einheiten los, die gegnerische Basen schnell zu Schrott schießen, wenn die keine oder eine schlecht aufgestellte Verteidigung aufbieten. Die Gefechte laufen dabei in Echtzeit ab, ihr könnt also direkt verfolgen, ob sich eure Strategie auszahlt oder ihr eure Leute auf ein Himmelfahrtskommando geschickt habt. Seid ihr siegreich, erbeutet ihr in der Regel auch Ressourcen.

Natürlich könnt ihr euch auch auf Defensive verlegen. Die ist zu einem gewissen Grad obligatorisch, wenn ihr wollt, könnt ihre eure Station aber zu einer waffenstarrenden Festung ausbauen, die dem Todesstern nur noch im Design nachsteht. Dazu platziert ihr verschiedene Arten von Geschütztürmen neben den Anlagen mit hoher Schutz-Priorität.


Mehr als die Summe seiner Bauteile

Goodgame Galaxy hält free2play und Premium-Inhalte immer parallel, kein Aspekt bleibt ausschließlich zahlenden Spielern vorbehalten. So ist der Erwerb zusätzlicher Bauplätze zum Beispiel auf zwei Arten zu bewerkstelligen: Ein blauer Pfeil im Baumenü führt zur Ingame-Finanzierung durch Titan und Silicium, ein grüner Pfeil setzt Space Cash ein. Das kann man gegen Payments erwerben, ein paar Scheinchen gibt es aber auch für das Erledigen von Missionen.

Für ein Browsergame erzählt Goodgame Galaxy hier eine vergleichsweise dichte Story um drei Splittergruppen, die untereinander konkurrieren und mit unterschiedlichen Philosophien um die Vormachtstellung im Universum ringen. Der Spieler erledigt in diesem Setting zunächst neutrale Missionen, ab Level fünf muss er aber Farbe bekennen und sich entweder  Servana Inc, LuckyStarSystems oder ProtoSyn anschließen. Die NPC-Fraktion, deren Bekämpfung sich alle Spieler widmen, sind die Gorox.

Im Kern geht es in Goodgame Galaxy also um die optimale Errichtung und Verwaltung einer modular aufgebauten Raumstation. Das Ganze ist hier mehr als die Summe der Bauteile, der Spieler muss sich immer fragen, was er (aus-)baut, und wo an der Station die neue Technik die beste Wirkung entfaltet. In Verbindung mit einer dichten Story und den dynamischen Mehrspieler-Interaktionen wird das Spiel so zu einer spannenden Erfahrung.