Goodgame Empire Review

Goodgame Empire Review

Review

Burgbau und MMO-Feldzüge im stylischen Gewand

Goodgame Empire ist kostenlose MMO-Aufbaustrategie vom Publisher Goodgame Studios, die euch im Mittelalter an eurem Vermächtnis werkeln lässt. Direkt im Browser ist es euer Ziel, eine prächtige Burg aus der Taufe zu heben, eure Ländereien zu befestigen und euren wuselnden Untertanen zu Wohlstand und Frieden zu verhelfen. 

 


Nur Sandburgen wachsen schneller

Goodgames Empires Spielversprechen ist Aufbau und Wirtschaft. Der Genretradition entsprechend setzt die flashbasierte Spielegrafik dabei auf eine isometrische, zoombare Vogelperspektive. Die 2D-Landschaft, Gebäude und Figuren werden in einem ausgeprägten Cellshading-Look dargestellt und animiert, diese stilisierte Comic-Grafik sorgt für eine heitere Atmosphäre. Der Blick auf die eigene Burg wird von einem unauffälligen Spielmenü eingerahmt, dass sich in unterschiedliche Bereiche unterteilt. Oben links sind die Nutzer-Infos untergebracht, hier finden sich Erfahrungsbalken und Spielerlevel. Mittig lest ihr die momentanen Ressourcen und Bevölkerungszahlen eures Reiches ab, rechts ändert ihr die Spielansicht nach eurem Geschmack.

Etwas darunter versorgt euch ein bärtiger Questgeber mit Karrierezielen. Baut aus, rekrutiert, zerschmettert den Feind - nach diesem Muster sichert ihr euren Fortschritt im Burgenland. Die zentralen Bau-, Militär- und Steuerfunktionen erreicht ihr über den unteren rechten Bildrand.

Außerdem findet sich hier die Weltkarte, mit der man die lokale Burgansicht verlässt und den Blick auf die weitere Umgebung richtet. Die gerasterte Karte stellt eine von Flüssen durchzogene und bewaldete Landschaft dar, die sich alle Spieler eines Servers teilen. Entsprechend besteht die Nachbarschaft auch aus den Burgen anderer Fürsten, also realer Mitspieler. Anfangs interessieren uns aber erst mal NPC-Akteure, im Rahmen des Tutorials legen wir uns z.B. mit einem verräterischen Blaublut an, der die Thronfolge mit dem Schwert beschleunigen wollte. Auch auf der Karte vermerkt sind besonders ressourcenreiche Gebiete, später im Spiel kann man sie mit Außenposten erschließen.


Zurück zur Natur mit Stein- und Holzbauten

Innerhalb der Burg habt ihr Freiflächen, auf denen ihr die verfügbaren Gebäude in Auftrag geben dürft. Die werden dann über relativ kurze Bauphasen hinweg errichtet, während derer ihr euch anderen Pflichten im Spiel widmen könnt - etwa den Quests, über die ihr Erfahrung bis zum Levelaufstieg sammelt. Erfahrungslevel sind das Ticket, um neue Ausbaumöglichkeiten wagen zu dürfen. Auch bei vielen Routineaktionen des Spiels fallen kleinere Mengen XP ab.

Im Baumenü wählen wir zwischen zivilen und militärischen Gebäuden. Gebaut werden kann nur innerhalb der Mauern eurer Festungsanlage, hier geht der Platz irgendwann zur Neige. Im weiteren Spielverlauf expandiert ihr aber schrittweise euer Mauerwerk, sodass mehr Baufläche verfügbar wird und eure Burg langsam den ganzen Bildschirm füllt. Betriebe und Wohnhäuser sind über mehrere Stufen verbesserbar, die auch rein grafisch deutlich sichtbar werden.

Alle Baustoffe werden von euch abgebaut, dazu benötigt ihr je Rohstoff spezialisierte Betriebe. Wer Mittelalter-Strategie kennt, wird in seinem Gamer-Leben schon so einige Holzfäller und Steinmetze beschäftigt haben. Habt ihr deren Hütten gebaut, könnt ihr den Arbeiter in der Umgebung der Burg beim nett animierten Schuften zuschauen. Wälder und Steinvorkommen nahe der Burg haben unterschiedlichen Ressourcenreichtum, der nur eine bestimmte Anzahl Arbeiter auslasten kann. Ähnlich verhält es sich mit den Feldern, die durch eure Farmer Nahrung produzieren.


Ein Schwert für Sold und Verpflegung

Eine weitere Säule der Wirtschaft sind die Steuern, die ihr von euren Bewohnern erhebt. Mit Ausbau eurer Burg werdet ihr Wohnhäuser errichten, sie erhöhen die Bevölkerungszahl und sind die Anlaufstelle für euren Steuereintreiber. Er sackt die Münzen ein, die dann euer Heer finanzieren. Um das eigene Reich zu verteidigen, sind Streitkräfte unerlässlich - vom Fußsoldaten bis zu Belagerungsmaschinen hält Goodgame Empire einen breiten Militärapparat für den Spieler bereit. Dabei kommt das altbewährte Stein-Schere-Papier-System zum Einsatz, zum Beispiel sind Speerträger gegen Nahkämpfer gut, die mit Zweihändern bewaffneten Kämpfer sind stark gegen Bogenschützen. Nicht immer logisch, aber das System hält Goodgame Empire davon ab, zu einem gezielten Aufrüstungswettlauf zu verkommen. Die eine übermächtige Einheit am Ende des Forschungsbaumes gibt es nicht, stattdessen setzen erfolgreiche Strategen auf den richtigen Truppenmix für die jeweilige Schlacht. Die nötigen Gebäude vorausgesetzt, wickelt ihr das Armee-Management über das Militär-Menü ab. Hier stehen alle gerade verfügbaren Rekruten nach Reitern geordnet zur Auswahl. Neben den investierten Goldmünzen gilt es deren Nahrungskonsum zu beachten, denn hungrige Krieger suchen sich einen neuen Feldherren.

Außer Münzen gibt es noch die Premium-Währung des Spiels, die Rubine. Free-to-Play-User erspielen sie in Probe-Mengen und können so einen Vorgeschmack auf die Komfortfunktionen erhalten, die sich zahlungswillige Spieler dauerhaft gönnen.


"Taktik bedeutet Sieg!"

Wenn ihr euch zu einem Vorstoß auf andere Burgen entschließt, plant ihr noch vor Abmarsch eures Trupps die Angriffsstrategie. In einer Art Belagerungsansicht setzt ihr eurem Gegner von außerhalb seiner befestigten Mauern zu. Ihr koordiniert eine Attacke von mehreren Seiten, namentlich "linke Flanke", "Frontal-Angriff", "rechte Flanke". Für jede Seite kann man Truppen abstellen. Sind diese Entscheidungen gefällt, marschieren eure Soldaten über die Weltkarte vor die feindlichen Tore, was gemäß des Echtzeit-Features natürlich nicht von einem Moment auf den anderen geschieht. Je nach Marschroute vergeht hier mehr oder weniger Spielzeit, in der Unvorhergesehenes passieren kann - etwa das Erscheinen anderer Angriffstrupps mit Marschrichtung auf einen eurer Außenposten. So entsteht gerade durch die Verzögerung vieler Aktionen Spannung und Dynamik, was zu Goodgame Empires Reiz beiträgt. Kommen die Truppen an, habt ihr keinen Einfluss mehr auf die Schlacht, ihr erfahrt in einer Botschaft über den Ausgang.
Die Kehrseite des Kampf-Gameplays ist die Verteidigung der eigenen Burg, hierzu sollte man die Mauern und Türme so ausbauen, dass möglichst viele Soldaten zu Verteidigung gegen anrückende Belagerer beitragen können. Je höher die Ausbaustufe des Mauerwerks, desto mehr Platz für Soldaten.

Die unterstützt ihr dann durch die Bereitstellung von Verteidigungswerkzeugen, etwa Wurfsteine, die ihr von oben auf die ungebetenen Besucher regnen lasst.


Ein Banner unter vielen - und doch einzigartig

Ziemlich zu Spielbeginn erstellt man sich ein eigenes Wappen und reiht sich unter die zahllosen Banner anderer Spieler ein, die im Wettstreit um Macht und Wohlstand stehen. Mit Chat und Allianzen werden andere Spieler zu einer spürbaren Präsenz, die das Gameplay entscheidend beeinflussen kann. Im Mittelpunkt stehen natürlich das eigene Schloss und die Entwicklung der zugehörigen Siedlung zu einem starken Reich. Der eigene Aufstieg und Expansionschancen hängen oft vom guten Willen der Verbündeten ab, also stärkt man seine Position durch das Schließen von Freundschaften zu anderen Fürsten.

Handel ist ebenso möglich wie das Bündeln von Truppen für einen gemeinsamen Vorstoß gegen eine dritte Partei. Außenposten lassen sich erobern und alle vorgefundenen Anlagen können für die eigenen Zwecke eingespannt werden. Verscherzt ihr es euch mit dem Nachbarn, bleibt euch nur der Marsch aufs Schlachtfeld. In den Schlachtzügen gegen eure Gegner könnt ihr euch Ruhm und Ehre erstreiten, Punkte, die euren Rang in der Welt von Goodgame Empire bestimmen. 
Grafisch ansprechende Präsentation, hohe Gameplay-Tiefe und MMO-Funktionen mit echtem Gewicht - alles in allem erlaubt sich Goodgame Empire kaum Schwächen und stellt Browserspielern einen echten Hit in Aussicht.