FTL - Faster Than Light

FTL - Faster Than Light Review

Review

Captain auf der Brücke!

Ein eigenes Raumschiff kommandieren ist ein Traum vieler Science-Fiction Fans. Genau diese Möglichkeit erhalten Spieler im Indie-Hit FTL – Faster Than Light. Dank pixeliger Retro-Grafik, eingängigem Soundtrack und einer tollen Spielmechanik ist FTL für Raumschiff-Fans ein echtes Muss – auch wenn, oder gerade weil, der Schwierigkeitsgrad des Spiels extrem hoch ist.

Die Hintergrundgeschichte von FTL ist schnell erzählt: Ihr seid der Kommandant eines Förderationsraumschiffes, der mit wichtigen Informationen über die riesige Rebellenflotte ausgestattet vor eben dieser fliehen muss. Euer Ziel: Die eigene Flotte zu erreichen und das Flaggschiff vor der drohenden Gefahr bewahren. Im Laufe eures Abenteuers könnt ihr dabei nicht nur euer eigenes Schiff verbessern, sondern auch zusätzliche Crewmitglieder an Bord nehmen und immer neue Quests absolvieren.


Auf der Flucht!

Zu Beginn des Spiels wählt ihr zunächst eine Schiffklasse aus. Wer FTL das erste Mal startet, hat hier nur wenig Auswahlmöglichkeiten; im Laufe der Zeit könnt ihr aber durch das Erreichen bestimmter Achievements neue Schiffe freischalten, die sich in Sachen Layout, Bewaffnung und Fähigkeiten voneinander unterscheiden. Der Kestrel Cruiser wird euer erster Pott sein: Ausgestattet mit einem Lasergeschütz und einem Torpedostarter wird das Schiff von anfangs drei menschlichen Crewmitgliedern bemannt. Später könnt ihr aber auch Schiffe der Mantis, Engi oder Zoltan steuern, denen ihr auch im Spiel begegnen könnt, wo sie von den jeweiligen Alien-Rassen geführt werden.

Jedes der Schiffe verfügt über eine Anzeige, die den Zustand der Hülle widerspiegelt. Erreicht diese Null, wird das Schiff zerstört und das Spiel ist verloren. Zusätzlich verfügen die Schiffe außerdem über Schutzschilde, die eine gewisse Anzahl an Treffern absorbieren und sich mit der Zeit regenerieren. Je weiter ihr eueren Schildgenerator ausbaut, desto mehr Treffer könnt ihr verkraften, ohne Schaden davon zu tragen. Allerdings gilt dies nicht für Raketenangriffe, die eure Schilde ungehindert passieren können.

Eure Flucht vor der Rebellenflotte ist unterteilt in mehrere Sektoren, die ihr nacheinander durchqueren müsst, um eure eigene Flotte zu erreichen. Welche Sektoren das sind und wie diese im einzelnen aufgebaut sind, wird bei jedem Spielstart zufällig ausgewürfelt. Dadurch gleicht sich keine Partie der anderen, was einerseits den Wiederspielwert erhöht, zum anderen manche Partien aber durch den Glücksfaktor ziemlich unfair gestalten kann.

Um euer Schiff erfolgreich von System zu System zu befördern, benötigt ihr Treibstoff. Dieser wird ebenfalls im Interface in Einheiten angezeigt, wobei pro FTL-Sprung eine Einheit Treibstoff verbraucht wird. Zusätzliche Einheiten könnt ihr entweder durch Quests, die Zerstörung anderer Schiffe oder durch Einkauf in Shops erwerben. Gleiches gilt auch für die Anzahl der Raketen und die Anhazhl der Drohnen.

Die Rebellenflotte ist eurem kleinen Schiff dabei stets auf den Versen und arbeitet sich Runde für Runde immer weiter voran. Da bleibt keine Zeit für ruhiges Erforschen der einzelnen Systeme. In FTL müsst ihr stets abwägen, ob es sich lohnt noch ein weiteres System zu erforschen oder ob es nicht sicherer ist, den Ausgang zum nächsten Sektor aufzusuchen. Hinzu kommt, dass nicht alle Systeme miteinander verbunden sind. Dadurch könnt ihr euch unvermittelt in einer Sackgasse wiederfinden, was die Entscheidungen, welches System man als Nächstes ansteuern soll, noch kniffliger macht.

Glücklicherweise bietet euch das Spiel diverse Möglichkeiten, solchen Gefahren zu entgehen: Immer wieder könnt ihr Informationen über den aktuellen Sektor sammeln, indem ihr beispielsweise fremde Computersysteme hackt, Söldner anheuert, um für euch die Karte zu erkunden, oder Quests erfolgreich absolviert. So könnt ihr beispielsweise auch erkennen, in welchen Systemen euch Gefahren wie Asteroidenfelder oder feindliche Schiffe drohen könnten.


Gefechtsstationen

Apropos Gefahren: Natürlich werdet ihr in FTL auch auf jede Menge euch feindlich gesonnene Schiffe treffen, allen voran die Rebellen, die durch die Sektoren streifen. Aber auch Sklavenhändler oder aggressive Rassen wie die Mantis wollen euch immer wieder ans Leder, weshalb ihr gut daran tut euer Schiff ausreichend zu schützen. Neben den defensiven Systemen wie den Schilden könnt ihr natürlich auch eure Waffen nutzen, um euch lästige Zeitgenossen vom Hals zu schaffen. Jedes installierte Waffensystem, das über genug Energie verfügt, beginnt sich nach dem Eintritt in einen Kampf aufzuladen. Dann könnt ihr durch einen einfachen Tastendruck die Waffe auswählen und ein Ziel am feindlichen Schiff vorgeben, woraufhin die Waffe abgefeuert wird. Da eure Gegner in der Regel ebenfalls Schilde besitzen, ist hier das Timing besonders wichtig: Nur wenn ihr euer Feuer konzentriert, lassen sich die Schilde durchdringen und die gegnerischen Systeme beschädigen. Zudem verfügen viele Gegner über zusätzliche Abwehrmaßnahmen wie Dronen, die heranfliegende Raketen abschiessen können oder das Schiff automatisch reparieren. In solchen Fällen ist nicht nur das Timing wichtig, sondern vor allem auch die Auswahl der Ziele: Wer mit den Lasern zunächst die Dronenkontrollsysteme ausschaltet, kann anschließend die Raketen einsetzen, ohne das diese von Verteidigungsdronen abgeschossen werden.

Aber auch innerhalb des Schiffes drohen jede Menge Gefahren: So können feindliche Angriffe beispielsweise die Hülle des Schiffs beschädigen, wodurch der Druck und damit auch die atembare Luft abfällt. Gelingt es eurer Crew nicht schnellstens, den Hüllenbruch zu schließen, droht der Erstickungstod. Ähnliches gilt für Feuer, das bei Kämpfen ausbrechen kann. Das breitet sich nicht nur immer weiter aus, sondern beschädigt auch alle in Reichweite befindlichen Systeme. Hier heißt es also schnell handeln und die Crew zum Löschen einsetzen. Oder aber ihr macht euch den Umstand zunutze, dass ihr euch mit eurem Schiff im All befindet: Wer die äußeren Luken des Schiffes öffnet und so allen Sauerstoff aus den betroffenen Räumen entlässt, erstickt damit auch das Feuer. Dann heißt es nur noch Schotts schließen und warten, bis die Lebenserhaltungssysteme wieder genug Sauerstoff bereitgestellt haben.


Multikulti im Raumschiff

Eure Crew ist aber nicht nur für das Löschen von Feuern und die Reparatur von Systemen zuständig. Wollt ihr neue Systeme erkunden, so braucht ihr einen Steuermann, sonst wird euch der FTL-Sprung verweigert. Außerdem erlernt eure Mannschaft im Laufe der Zeit den Umgang mit den einzelnen Systemen, sodass ihr beispielsweise die Waffen schneller einsetzen könnt oder die Chance steigen, einem feindlichen Raketenangriff auszuweichen. Auch die Verteidigung gegen Eindringlinge ist eine Bedrohung, der sich eure Mannschaft entgegenstellen muss: Immer wieder werdet ihr in FTL auf Schiffe treffen, die über einen Transporter verfügen. Mit diesem können feindliche Entertrupps ins Innere eures Schiffes eindringen und eure Mannschaft angreifen oder gar einzelne Systeme beschädigen. Glücklicherweise werden eure Besatzungsmitglieder im Laufe der Zeit auch sehr viel erfahrener, was den Nahkampf angeht, sodass ihr solche Angriffe bald schon problemlos abwehren könnt. Oder aber ihr dreht den Spieß einfach um und beamt selbst ein Enterkommando an Bord der feindlichen Schiffe. Allerdings solltet ihr dann darauf achten, dass ihr im weiteren Gefecht nicht auf die Räume zielt, in denen sich eure Leute befinden. Wem das alles zu hektisch erscheint, kann übrigens beruhigt sein: Das Spielgeschehen in FTL lässt sich jederzeit pausieren, sodass ihr in Ruhe die Lage überblicken und Befehle geben könnt.

In FTL seid ihr in Sachen Crew bei Weitem nicht nur auf menschliche Mannschaftsmitglieder beschränkt. Das Spiel kennt insgesamt sieben verschiedene Rassen, die alle besondere Eigenschaften besitzen: Habt ihr einen Engi an Bord, so dürft ihr euch darüber freuen, dass dieser Schäden doppelt so schnell repariert; im Gegenzug verursacht er aber nur wenig Nahkampfschaden, weshalb er sich nicht als Teil eines Entertrupps eignet. Ein Mantis ist dagegen das komplette Gegenteil: Sie bewegen sich flink und teilen extra viel Schaden aus, können aber nur schwerlich Systeme reparieren. Und Angehörige der Zoltan-Rasse liefern den von ihnen betriebenen Schiffssystemen zusätzliche Energie, verfügen dafür aber über nur wenig Lebensenergie. Es lohnt sich also, im Laufe des Spiels verschiedensten Crewmitglieder zu rekrutieren. Diese stoßen nach Quests zu euch, können von Sklavenhändlern gekauft (oder befreit) und in den einzelnen Stores angeheuert werden. Die Geschäfte, die ihr in einigen Systemen finden könnt, sind übrigens auch ein guter Anlaufpunkt für Nachschub, neue Waffen und zusätzliche Schiffssysteme.


Das Ende naht... öfters als man denkt!

Habt ihr es bis in den letzten Sektor geschafft, der passenderweise „The Last Stand“ heißt, kommt es zum Endkampf. Hier habt ihr eine bestimmte Anzahl an Runden Zeit, das Flaggschiff der Rebellen abzufangen, bevor es das Flaggschiff eurer eigenen Flotte erreichen und es zerstören kann. Dies ist mit der härteste Kampf im Spiel, denn das Rebellenschiff verfügt nicht nur über starke Schilde und viele Lebenspunkte, sondern ist auch bis unter die Zähne bewaffnet. Zudem entkommt es euch kurz vor der endgültigen Zerstörung, sodass ihr insgesamt drei Mal den Kampf bestehen müsst, bevor ihr das Spiel gewonnen habt. In den meisten Fällen werdet ihr aber bereits lange vorher scheitern. Aber keine Sorge: Das gehört zum Spiel! Denn FTL sieht das Scheitern und den Neubeginn als wichtiges Spielelement und die immer neuen Quests und Situationen, mit denen ihr euch im Laufe eurer Reise konfrontiert seht, machen Lust auf mehr. Umso größer ist dann auch die Freude, wenn man es dann doch einmal schafft, den Gegner zu besiegen. Und dann warten auch schon der nächste Schwierigkeitsgrad und eine neue Reise durch die Galaxis!