Dreamfall: Chapters

Ziemlich genau 15 Jahre ist es nun schon her, dass der norwegische Entwickler Funcom das viel gelobte Adventure The Longest Journey in die Läden brachte. Darin erzählten sie die Geschichte der jungen Kunststudentin April Ryan, die mit Hilfe der Spieler versuchen musste, das Gleichgewicht zwischen zwei Welten wiederherzustellen. Die Welt von The Longest Journey besteht nämlich aus zwei verschiedenen Universen, die auf wundersame Weise miteinander verzahnt sind und unterschiedlicher kaum sein könnten. Auf der einen Seite gibt es Arcadia, das stark von Magie geprägt ist und das Gegenstück dazu bildet das industrielle Stark. Das Wandern zwischen den Welten ist jedoch nur den sogenannten „Shiftern“ vergönnt und genau zu denen gehörte auch April Ryan.

Trotz toller Kritiken waren die Verkäufe eher bescheiden und darum dauerte es auch 7 Jahre bis man mit Dreamfall: The Longest Journey endlich einen Nachfolger präsentierte, der für PC und Xbox erschienen ist. Schon ein Jahr später kündigte man den dritten Teil, genannt Dreamfall: Chapters, an. Das war also 2007 und nun spulen wir gedanklich weitere 7 Jahre vor bis heute, den 21. Oktober 2014. So lange hat es nämlich gedauert bis Dreamfall: Chapters es endlich zu den Spielern geschafft hat. Doch das warten hat sich gelohnt, denn dieser Teil wird das bislang größte Abenteuer und macht damit dem Namen The Longest Journey alle Ehre.

Das Spiel wurde schlussendlich via Kickstarter finanziert, wo Red Thread Games, gegründet von ehemaligen Funcom-Veteranen, mehr als 1,5 Millionen Dollar sammelten. Obwohl das schon viel Geld ist, hatte man sich aber auch noch Gelder vom norwegischen Filminstitut sichern können, so dass man zwar kein AAA-Budget zur Verfügung hatte, aber aus Sicht eines Indie-Entwicklers wenig Kompromisse machen musste.

Detailreiche Charaktere und Umgebungen

Das sieht man Dreamfall: Chapters auch direkt an, denn was das kleine Team hier mit Hilfe der Unity 4-Engine auf die Bildschirme zaubert zählt zweifellos zum besten was man im Adventure-Genre je gesehen hat. Vor allem die detaillierten und lebendig wirkenden Charaktere sind eines der Highlights des Spiels, was ja gerade in einem so Story-lastigen Genre wie dem Adventure besonders wichtig ist. Außerdem wissen auch die Umgebungen mit viel optischer Abwechslung und tollen Ausblicken zu überzeugen.

Cyberpunk trifft auf Fantasy

Viel wichtiger sind aber natürlich Story und Gameplay. Für die Geschichte greift man natürlich wieder das Thema der beiden Parallel-Universen Arcadia und Stark auf. Doch statt einfach nur die Ereignisse der Vorgänger direkt fortzuführen, hat man sich entschieden, einen Weg zu gehen, der sowohl neue Spieler als auch langjährige Fans ansprechen soll. Neben Zoë Castillo und Kian Alvane, die man bereits aus Dreamfall kennt, gibt es somit noch einen dritten, bislang unbekannten Charakter. Alle drei sind spielbar und erleben mit euch eine ganz neue Geschichte, in der Cyberpunk und Fantay aufeinanderprallen. So hat im futuristischen Stark der WatiCorp Konzern eine gefährliche Technologie unter die Menschen gebracht, während sich in der Fantasy-Welt von Arcadia noch immer das Azadi Imperium an die Macht klammert. Wie der Name schon andeutet, serviert man euch die Geschichte diesmal in Form von insgesamt fünf Episoden. Das mag sicher nicht jedem gefallen, aber Telltale hat ja bereits mit The Walking Dead bewiesen, dass sowas sehr gut funktionieren kann.

Knifflige Rätsel und schwere Entscheidungen

Spielerisch bleibt Dreamfall: Chapters zwar den Wurzeln des Adventure-Genres treu, setzt diese aber deutlich moderner in Szene. Somit spielen Gespräche mit NPCs und das Lösen von kniffligen Rätseln natürlich noch immer eine entscheidende Rolle, aber es spielt sich nun deutlich dynamischer. Ihr bewegt euch in der Verfolgerperspektive durch komplett dreidimensionale Welten, die zwar nicht den Umfang typischer Open-World-Spiele erreichen, aber euch doch sehr viel Raum zum Spazieren und Erkunden lassen. Das lässt die Welt nicht nur deutlich glaubwürdiger und lebendiger wirken, sondern bringt zusätzliche Motivation ins Spiel. Dieser nicht-lineare Ansatz zeigt sich übrigens auch in den Gesprächen, die euch ganz im Stile von Spielen wie Mass Effect immer wieder vor schwere Entscheidungen stellen.

Für Fans der Serie führt an Dreamfall: Chapters natürlich sowieso kein Weg vorbei, aber auch für alle, die The Longest Journey noch nicht kannten und gute Geschichten mögen, dürfte es einer der interessantesten Titel des Jahres sein.


Tipps

Dreamfall: Chapters Guide – Buch 1 Reborn Lösung

Dieser Walkthrough Guide zu Dreamfall: Chapters beinhaltet die Lösung der Aufgaben aus Buch 1 Reborn sowie grundlegende Tipps und Hilfen.

13.08.2015 um 13:56 Uhr

Tags: Fantasy | Adventure

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