Die Stämme

Die Stämme Review

Review

Der Start

Das Mittelalter ist der Schauplatz für das Browserspiel Die Stämme, in dem ihr als Ritter und Adliger die Führung eures eigenen Dorfes übernehmt und euch gegen eure Konkurrenten durchsetzen müsst, die überall um euch herum dieselben Ziele verfolgen.
 
Das Dorf, das ihr nach der Anmeldung euer Eigenen nennen dürft, ist bei eurer Ankunft noch recht karg und leer. Mehr als euer Hauptgebäude findet ihr zunächst nicht vor. Doch das lässt sich schnell ändern, denn eine ansehnliche Stadt braucht deutlich mehr Bauten. Damit ihr aber nicht vor einem leeren Lagerhaus steht, solltet ihr zunächst die Versorgung mit Rohstoffen sicherstellen. Allen voran sind das Holz, Lehm und Eisen. Für jeden Rohstofftyp gibt es ein eigenes Produktionsgebäude, das ihr in mehreren Stufen ausbauen könnt. Je weiter ihr den Ausbau vorantreibt, desto mehr Einkünfte dürft ihr erwarten. Insgesamt 30 Stufen warten darauf, von euch errichtet zu werden, erst dann ist das Limit erreicht.
 
Neben den Baumaterialien müsst ihr aber auch für die Nahrungsversorgung eurer Siedlung sorgen, die über Bauernhöfe sichergestellt wird. Auch dieses Gebäude ist ausbaubar und kann auf der höchsten Stufe bis zu 24.000 Einwohner versorgen. Diese können dann entweder in den Gebäuden ihrer Arbeit nachgehen oder als Soldaten euer Reich verteidigen. Solltet ihr einmal nicht genug Nahrungsmittel produzieren, müsst ihr zunächst die Bauernhöfe weiter ausbauen, bevor ihr neue Gebäude errichten oder neue Soldaten ausbilden lassen könnt.

Der Auf- und Ausbau

Ist die Versorgung mit Nahrung und Baumaterial erst einmal sichergestellt, könnt ihr euch um den Bau der anderen Stadtgebäude kümmern: Ein Wall, der das gesamte Dorf umgibt, hilft euch beim Schutz eurer Siedlung, während in der Kaserne Freiwillige zu Soldaten ausgebildet werden. Es warten aber auch noch andere Gebäude darauf, von euch errichtet zu werden: Ställe und Werkstätten geben euch später Zugriff auf zusätzliche Einheiten, die Schmiede bietet Verbesserungen an, die euch Boni verleihen, und der Marktplatz sorgt für regen Handel.
 
All das seht ihr auch, wenn ihr die Übersicht eures Dorfes betrachtet: Wo zuvor nur grüne Wiese um ein einsames Gebäude herum zu sehen war, tauchen bald immer neue Bauten auf und füllen die Siedlung mit Leben. Hier seht ihr auch auf den ersten Blick, wie weit ihr eure Häuser ausgebaut habt und wo ihr als nächsten ansetzen könntet. Wer dagegen einen etwas spartanischeren Überblick bevorzugt, kann sich die Gebäudeauswahl auch in einer einfachen Liste anzeigen lassen, die ohne großen Grafikschnörkel auskommt. Über diese Liste ist auch sofort ersichtlich, wie viel Holz, Stein und Eisen das nächste Upgrade kostet und wann es voraussichtlich verfügbar sein wird.
 
Habt ihr alle wichtigen Gebäude errichtet, steht meist das Ausheben einer eigenen Armee auf dem Plan. Hier bietet euch Die Stämme eine große Auswahl an den unterschiedlichsten Truppentypen, die alle ihre eigenen Vor- und Nachteile haben. Zu Beginn müsst ihr euch aber noch mit eher einfachen Soldaten wie Speerträgern begnügen; erst wenn ihr zusätzliche Gebäude errichtet habt, stehen euch neue Truppentypen zur Verfügung. Der Schwertkämpfer benötigt beispielsweise einen Schmied, bevor er rekrutiert werden kann. Gleiches gilt für den Axtkämpfer und den Bogenschützen, wobei diese eine höhere Ausbaustufe der Kaserne und Schmied voraussetzen.
 
Wer einen Stall errichtet hat, kann außerdem berittene Einheiten rekrutieren, die deutlich schneller sind als ihre Kollegen zu Fuß. Außerdem können sie dank ihrer Reittiere auch deutlich mehr Beute mit sich führen, was sie für den nächsten Beutezug geradezu prädestiniert. Wer zusätzlich noch über eine Werkstatt verfügt, kann auch Belagerungsmaschinen errichten, die ihre Stärke gegen die feindlichen Wälle ausspielen und für jede Belagerung unverzichtbar sind. Im Gegenzug sind diese mächtigen Einheiten aber auch deutlich teurer, weshalb man stets genau abwägen sollte, was einem wichtiger ist und welche Taktik man einsetzen möchte.

Rechenleistung

Alle Einheiten im Spiel verfügen über bestimmte Kampfwerte, die ihr durch einen Klick auf den Einheitennamen erkennen könnt. Diese Werte unterteilen sich in Angriffsstärke und die Verteidigung, die nochmals zwischen den einzelnen Gattungen unterscheidet: Manche Einheiten sind in der Verteidigung gegen Kavallerie deutlich effektiver als im Kampf gegen Bogenschützen und umgekehrt. Wer sich beispielsweise einem Kavallerieangriff ausgesetzt sieht, sollte zur Verteidigung lieber Speerträger und Bogenschützen einsetzten, statt Schwert- und Axtkämpfer nach vorne zu schicken. Die richtige Mischung der Armee ist also von entscheidender Wichtigkeit und kann oft über Sieg und Niederlage entscheiden.
 
Natürlich seid ihr in der mittelalterlichen Welt von Die Stämme nicht alleine, sondern konkurriert mit zahlreichen anderen Spielern um die Vorherrschaft auf der Karte. Wie es in eurer direkten Nachbarschaft aussieht, könnt ihr über einen Blick auf die Übersichtskarte erfahren. Dort werden alle Siedlungen angezeigt, während die Weltkarte euch das Bild des „großen Ganzen“ vermittelt. Durch einen Klick auf die Stadt bekommt ihr auf Wunsch genauere Informationen, zum Beispiel die Koordinaten der Siedlung und deren Punktestand. Und natürlich auch über dessen Besitzer, der sich euch in einem eigenen Profil vorstellen kann. Letzteres besitzt übrigens jeder Spieler in Die Stämme; ihr könnt euch also gegenüber euren Mitspielern gleich einmal auf kreative Art und Weise vorstellen.
 
Solltet ihr auf der Karte die Siedlung eines anderen Spielers gefunden haben, der eurer Meinung nach ein lukratives Ziel für einen Überfall ist, könnt ihr einige Truppen in Bewegung setzen und euch an einem Angriff versuchen. Wie viele Einheiten welchen Typs ihr schickt, bleibt euch überlassen, hat aber nicht nur einen Einfluss darauf, ob ihr den Kampf erfolgreich besteht, sondern auch, wie viel Beute euch bei einem Sieg erwartet. Jede Einheit kann nämlich nur eine bestimmte Menge an Ressourcen mit sich führen, sodass die Beutemenge von vorneherein begrenzt ist.
 
Wollt ihr euch selbst vor feindlichen Raubzügen schützen, helfen nicht nur der Ausbau des Walles und das Aufstellen eines großen Heeres. Ihr könnt euch auch mit anderen Spielern zu einem Stamm zusammenschließen und somit einen Art Schutzgemeinschaft bilden. Dabei seid ihr nicht auf ökonomische Hilfeleistungen beschränkt, sondern könnt auch einen Teil eurer Truppen in befreundeten Dörfern stationieren. Sollte es zu einem Angriff kommen werden eure Truppen dann auf Seite der Verteidiger kämpfen und es den Angreifern deutlich schwerer machen eure Verbündeten auszurauben.

Der Paladin

Neben den regulären Einheiten hält Die Stämme aber auch eine ganz besondere Einheit bereit, die die Rolle eines Helden übernimmt: Der Paladin wird, anders als alle anderen Soldaten, nicht in der Kaserne rekrutiert, sondern kann, nach dem Bau einer Statue, in eurem Dorf ernannt werden. Neben seinen herausragenden Kampfwerten verfügt er auch über Eigenschaften, die der restlichen Truppe zugutekommen: So beschleunigt er die Geschwindigkeit von Unterstützungstruppen. Außerdem kann der Paladin Gegenstände mit sich führen die ihm und seiner Armee weitere Boni verleihen. Leider ist die Zahl der Paladine beschränkt, sodass jeder Spieler nur eine dieser Einheiten besitzen darf. Ihr müsst euch also gut überlegen, wo und für welchen Zweck ihr den Helden einsetzen wollt.
 
Habt ihr bereits einen Marktplatz errichtet, bekommt ihr damit auch Händler, die für den Transport von Ressourcen zuständig sind. Auch hier gilt, dass die Zahl der zur Verfügung stehenden Händler mit dem Ausbau des Marktplatzes steigt. Auf diese Weise könnt ihr befreundete und verbündete Spieler mit zusätzlichen Rohstoffen versorgen. Die Transporte selbst sind dabei sogar kostenlos, sodass ihr nur den Laufweg einkalkulieren müsst. Natürlich könnt ihr aber auf dem Marktplatz auch die Handelsfunktion des Spiels nutzen und so zusätzliche Waren kaufen oder verkaufen. Das ist vor allem dann nützlich, wenn es beispielsweise nach einem Angriff zu einem Engpass kommt und ihr schnell neue Truppen produzieren wollt.
 
Ein ganz besonderes Gebäude ist der sogenannte Adelshof, der euch die Rekrutierung von Adelsgeschlechtern erlaubt. Diese Einheiten sind nicht für den direkten Kampf gedacht, sondern bieten euch die Möglichkeit, feindliche Städte zu übernehmen. Dazu müsst ihr einen Angriff auf die entsprechende Siedlung starten und das Adelsgeschlecht als Teil der Truppe mitführen. War der Angriff erfolgreich, wird die Zustimmung des jeweiligen Dorfes um einen bestimmten Wert gesenkt. Erreicht sie den Wert Null, könnt ihr das Dorf übernehmen und seid fortan der neue Besitzer. Die Koordination der Angriffe erfordert zwar etwas Glück und Geschick, sorgt aber für viel Spannung und Abwechslung im Spiel.

Das Mittelalter ruft!

Die Grafik von Die Stämme mag nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand sein, aber in Sachen Spielmechanik und Gameplay kann der Klassiker auch noch mit aktuellen Titeln locker mithalten. Wer schon immer sein eigenes Dorf gründen wollte und auch die Konfrontation mit seinen Nachbarn nicht scheut, ist hier genau richtig.