CoasterVille

CoasterVille Review

Review

Rummel mit viel kreativem Freiraum

Mit dem Freizeitpark-Simulator CoasterVille erweitert Entwickler und Publisher Zynga sein bereits umfangreiches Angebot an kostenlosen Social Games. Fans der 'Ville'-Reihe werden sich im Neuling gut zurechtfinden, Bedienung und der Kern des Spielprinzips weichen kaum vom Bewährtem ab. Ganz neu sind die flüssig animierte Verpackung und das Ausmaß der Kontrolle, das man über die Gestaltung seines Vergnügungsparks hat:  Der Parkmanager gibt euch viel Freiraum und die Anreize, eure kreative Vision vom Adrenalin treibenden Freizeitspaß spielerisch umzusetzen.


Aufbau und Wirtschaft mit hohem Wuselfaktor

Das Projekt "Freizeitpark" geht der Spieler aus der Vogelperspektive an. Der gerade zentrierte Geländeausschnitt offenbart euch den überdrehten Cartoon-Look von CoasterVille.  Die  2D-Grafiken sind enorm detailreich, euer Rummel geht mit unzähligen Animationen seinem Betrieb nach. Einzelne Besucher sind als Spaziergänger im Park zu erkennen, turbulente Fahrgeschäfte bringen das Geschehen auf dem Bildschirm auf Touren. Die farbenfrohe Grafik wird von passenden Klängen und einer eingängigen Musikuntermalung ergänzt.

Der Blick auf euren Park wird von einem luftigen Menüdesign umschlossen, wichtige Anzeigen, Shortcuts und Direktfunktionen verteilen sich auf jeweils eine Leiste am oberen und unteren Bildschirmrand. Als Social Game hat CoasterVille die Community-Aspekte in der unteren Leiste untergebracht, die Freundesliste macht hier den Löwenanteil aus, aber auch die Bedienelemente für Bau und Navigation wurden hier noch untergebracht. Oben präsentiert euch das Game eure Statuswerte wie eure Einnahmen, verbliebene Aktionsenergie und die momentane Besucherzahl.

Die Gebäude signalisieren ihren Status über Pop-ups, Symbole wie der Geldsack bedeuten, dass Einnahmen abholbar sind, ein Schraubenschlüssel deutet bevorstehenden Wartungsaufwand an. Ein Klick liefert euch mehr Informationen, etwa die Zeit bis zum nächsten Kassensturz. Ein Tutorial nimmt euch bei der Hand und lehrt euch die Feinheiten des Spiels. Tatsächlich sollten ambitionierte Manager einige Aspekte verinnerlichen.

Wie in anderen Zynga-Spielen verbrauchen Spielaktionen etwas Energie: Sie treibt euch als Parkmanager an, sie schwindet mit jeder Erledigung und regeneriert über Zeit.  Beispielsweise zieht ihr die Einnahmen der einzelnen Geschäfte per Klick ein, was euer Konto füllt, aber jedes Mal etwas Aktionsenergie entzieht. Selbst ohne Energie könnt ihr aber noch in den Baumodus wechseln und Veränderungen am Layout eures Parks durchspielen.


Volle Kontrolle über eure Vision

Ein kaum vorstrukturierter Baugrund bietet euch genug Fläche, um die Dutzende Fahrgeschäfte, Serviceeinrichtungen und Imbissbuden nach euren Vorstellungen zu arrangieren. Jede Attraktion mehrt den "Thrill"-Faktor, der ausdrückt, wie aufregend euer Park ist. Die Besucherzahlen sind durch diese Anziehungskraft bestimmt. Um für mehr Aufregung zu sorgen, dürft ihr Fahrgeschäfte kurzzeitig tunen um mit der rasanteren Betriebsart mehr Besucherumsatz anzustoßen. Ein Problem beim Leistungsschub - jedes Tunen strapaziert die Attraktion, sie muss früher instand gesetzt werden oder geht kaputt. Damit sich der "Thrill" eurer Besucher wegen der immer gleichen Attraktionen nicht abnutzt, solltet ihr immer wieder Neues anbieten. Hierfür liefert CoasterVille Dutzende Möglichkeiten in allen Größenordnungen.

Mega-Attraktionen wie die Achterbahnen lassen sich im Detail planen, kommen also nicht von der virtuellen Stange. Ihr stellt die Ausmaße und die Streckenführung selbst zusammen. Dafür kombiniert ihr Sektionen wie Loopings, Spiralen und Kurven zu einer wilden Fahrt, die sich euren Fahrgästen in die Erinnerung brennt. Die Achterbahnen sind wie im realen Freizeitpark-Geschäft die Aushängeschilder eures Parks: Je waghalsiger die Fahrt, desto berüchtigter und bekannter wird euer Park, seine Anziehungskraft steigt. Die Achterbahnen darf man übrigens jederzeit umbauen oder erweitern.

Manche Besucher suchen ihren Spaß aber lieber abseits von Superlativen, CoasterVille hält natürlich auch beschauliche Klassiker wie die Schiffschaukel, den Autoscooter oder das Kinderkarussell bereit. Die mittleren Fahrgeschäfte lassen sich für mehr Anziehungskraft dauerhaft upgraden, ein Austausch des Gebäudemodells ist häufig inbegriffen. Der Detailreichtum legt dann noch mal zu, neue Animationen hauchen eurem Park Leben ein. Es sind kleine Besonderheiten wie diese, die eure Spielfreude schüren und euch zur Realisierung eures Traumparks anspornen. Auf dem Weg dorthin lässt euch CoasterVille immer wieder kleine Meilensteine passieren.


Jedes Areal eine Welt für sich

Euer Händchen fürs Parkmanagement beweist ihr aber nicht über die Aneinanderreihung von Innovationen, sondern über eine durchdachte Anordnung des Gesamtkonzepts. Den Strom angelockter Besucher lenkt ihr über Spazierwege, die alle Angebote eures Parks verbinden. Ungetrübter Spaß kann sich nur dann einstellen, wenn alle Fahrgeschäfte, Verkäufer und Imbissbuden erreichbar sind. Auch Durststrecken sollte es keine geben, selbst in kleinere Baulücken passt noch ein Ballon- oder Snackverkäufer. Zudem könnt ihr aufheiternde Deko platzieren oder eines der unverzichtbaren Toilettenhäuschen errichten - eine Attraktion, der sich kaum einer der Besucher entziehen kann. Ein Park der Superlative braucht irgendwann auch noch Gebäude, die sich ausschließlich mit den Aufgaben hinter den Kulissen befassen: Eure Snack-Filialen beziehen ihr Essen aus der Großküche, ein Ausstatter sorgt für themenbezogene Outfits eurer Mitarbeiter.

Später im Spiel wird das Unterteilen eures wachsenden Parks in Themenbereiche nämlich zu einem charakteristischen Merkmal von CoasterVille. Nach und nach könnt ihr euch aus Stilen wie Western, Märchenwelt und Dschungel bedienen, die jeweils ein ganz eigenes Repertoire von Attraktionen aufbieten. Die zugehörige Achterbahn-Variante, etwa wie die Canyon-Bahn und die Runde durchs Dschungelambiente, sind auch hier das Herzstück jedes Themenbereichs. Das Spiel belohnt die Erfolge seiner Manager schon in frühen Quests mit märchenhaften Attraktionen: Etwa ab Level vier kann man die erste thematisch in sich geschlossene Sektion des Parks errichten. So wie eure Möglichkeiten im Spiel weiter wachsen, kommen weitere Parkareale mit eigenem Design und Charme dazu. Im Wilden Westen werden das Saloon-Restaurant und die Achterbahn in Minen-Optik zum Pflichtprogramm, in einer anderen Ecke bestaunen eure Gäste das pompöse Märchenschloss oder besuchen einen künstlich angelegten Strand. Bei dem wachsenden Gesamtangebot an Themen und Attraktionen ist euer einzigartiger Vergnügungspark also nur eine Frage der Spielzeit.


Investitionen unter Freunden

Das Socialgame ermuntert euch in zentralen Aspekten zur Kooperation mit Mitspielern. Bauvorhaben sind beispielsweise an bestimmte, oft knappe Baustoffe gebunden. Die nötigen Baustoffe kann man mit etwas Glück so erspielen. Ein wichtiges Feature des Games ist es aber, eure eigenen Rohstoffe mit Freunden zu tauschen.

Wer will, darf im Nachbar-Park vorbeischauen und die Freizeitwelt seiner Freunde einem Testlauf unterziehen. CoasterVille reizt also die Möglichkeiten des sozialen Netzwerks aus, eure Freunde im Spiel müssen dabei aber nicht in unbedingt reguläre Facebook-Freundschaften sein. Wenn ihr wollt, lässt sich aber beides über das Einladungsfeature verbinden. Ein Tipp am Rande: Für die Suche nach Mitspielern hat sich die Facebook-Gruppe "CoasterVille Nachbarn" etabliert.

Solche Simulationsaspekte um Bau und Wirtschaftlichkeit sind eher dezent ins Spieldesign eingebettet. Quests geben euch zusätzliche Ziele vor und belohnen euch mit Erfahrungspunkten und Münzen; steigt ihr eine Stufe auf schaltet das Neuheiten frei, außerdem erhaltet ihr in der Regel einen Energiebonus und etwas von der Premium-Währung Park-Cash.

Geld verdienen ist in CoasterVille weit oben auf der Tagesordnung, immerhin wandern neue Attraktionen erst über den Ingame-Shop in euer Baumenü. Die Bespaßung der zahlenden Gäste wird so zu eurer Hauptaufgabe. Hunger, Laune oder Toilettennot - jeder Gast äußert eine Reihe grundlegender Bedürfnisse, die euer Park mehr oder weniger erfolgreich befriedigen kann. Erfreulicherweise zwingt euch das Game nicht, euch den Launen der Besucher vollends zu unterwerfen, mit spielerischer Leichtigkeit und wenigen Klicks wird ausreichend Besuchergunst gesichert. CoasterVille schreibt euch den Weg zum Erfolg nicht vor. Im Rahmen der kontinuierlichen Questreihe legt euch CoasterVille lediglich eine grobe Richtung für die Weiterentwicklung eures Parks nahe. CoasterVille ist keine tiefschürfende Wirtschaftssimulation, sondern ein Aufbauspiel mit Fokus auf individuell geplante Parks mit einzigartigem Charakter - kreative Köpfe und ausgefallene Arrangements sind also mehr als willkommen.