Arcard MallGame

Arcard MallGame Review

Review

Der lange Weg zum eigenen Shopping-Tempel

Arcard MallGame ist eine rein browserbasierte Kaufhaus-Simulation vom oberfränkischen Entwickler Upjers, der euch hier ein eigenes Shopping-Paradies managen lässt. Als Leiter setzt ihr alle Hebel in Bewegung, um Ausbau und den reibungslosen Betrieb eures Centers sicherzustellen. Habt ihr Aspekte wie Abwechslung und Sauberkeit im Griff, bringt die zufriedene Kundschaft eure Kassen zum Klingeln. Aber aufgepasst, mit der Eröffnung neuer Angebote fängt die Arbeit erst an. Was das Mall-Management zur hohen Kunst macht, lest ihr hier.

Mit dem kostenlosen Arcard MallGame greift Upjers auf anderorts bewährte Präsentation und Bedienführung zurück. Gesteuert wird mit der Maus, der Blick auf das Spielfeld ist vorgegeben, lediglich die Zoomstufe lässt sich bestimmen. Unübersichtlichkeit ist aber kein Thema, wer will kann im Menü sämtliche Wände durchsichtig machen.

Im Spiel könnt ihr eure Ladenfläche an kleine, mittelgroße und große Shops vergeben. Was ihr bauen könnt, wird euch beim Ausstatter des Games in verschiedenen Kategorien dargestellt. Im Shop gibt es die essenziellen Fußwege und Geschäfte, WC-Einrichtungen und als i-Tüpfelchen noch eine Reihe besonderer Dekorationen, darunter der pompöse Springbrunnen oder verschiedene Indoor-Bäume. Alle Elemente werden im Verlauf des Spiels durch Erfahrung zum Kauf freigeschaltet.

Nach Erwerb stehen die Objekte im Baumodus zur Verfügung und können auf dem isometrischen Spielfeld frei platziert werden. Das ist am Anfang begrenzt, kann aber im Verlauf des Spiels fast beliebig erweitert werden. Die Orientierung bzw. der Zugang zu einem Geschäft lässt sich anpassen. Natürlich muss jedes Geschäft an den Besucherstrom angeschlossen sein, um zu euren Umsätzen beitragen zu können. Bei den Laufwegen es verschiedene Varianten, die Entscheidung für schlichten Zement oder hochwertigen Marmor wird von den Leuten wahrgenommen. Alle Bauten lassen sich auch nach Fertigstellung noch verschieben, Überflüssiges dürft ihr ganz abreißen.


Hinter den Kulissen des Einkaufstempels

Egal ob Modeboutique, Optiker oder Spielzeugladen, jedes Geschäft hat einen Warenbedarf, den ihr für ein lückenloses Angebot im Auge behalten müsst. Ihr bestückt die Regale jedes Ladens per Klick, vorausgesetzt ihr habt die nötigen Waren bereitstehen. Für Nachschub ist der Großmarkt eure Anlaufstelle, er ist die Zwischenstufe zu den Lagern der einzelnen Geschäfte und erlaubt euch, bei unerwartet hoher Nachfrage schnell zu reagieren.

Neben den zahlreichen Warengeschäften gibt es noch die Gastronomie. Die ersten Gaumenfreuden kommen noch vom Hotdog-Stand, später siedelt sich eine breite Palette unterschiedlicher Lokale an, die jeden Kundengeschmack bedienen. Versorgung gehört zu den Grundbedürfnissen eurer Besucher, die nach einer kleinen Stärkung eher wieder dem Shopping-Rausch verfallen. Restaurants und Shops sind noch ausbaufähig, die Investition in Upgrades versetzt euch in die Lage, das jeweilige Geschäft noch weiter anzukurbeln.

Wo Hunger und Durst gestillt werden, ist ein anderes Bedürfnis nicht fern: Auch die Toilettensituation will im Arcard MallGame ernst genommen werden. Dem Spieler stehen mehr oder weniger luxuriöse Varianten des stillen Örtchens zur Auswahl. Nicht nur hier ist Hygiene ein Thema - das ganze Kaufhaus muss sauber gehalten werden, zudem nutzt sich die Einrichtung ab, Läden und Deko-Elemente benötigen Wartung, Geschäfte können aber auch renoviert und nach euren Farbwünschen neu gestrichen werden. Solche Arbeiten sind Alltag, sie halten die Shops rentabel und bringen euch XP. 


Immer knapp am Limit

In eurem Einkaufscenter gebt ihr den Ton an, aber ein Manager hat auch menschliche Limits. Ihr könnt nicht alles gleichzeitig machen, alles was eure Aufmerksamkeit verlangt, zweigt etwas eurer kostbaren Energie ab.

Jeder der kleinen, mittleren oder großen Läden hat nach Bau einen entsprechenden Energieverbrauch, kann der nicht gedeckt werden, muss das Geschäft geschlossen bleiben. Darüber hinaus verbrauchen alle Aktionen, die zur Attraktivität der Läden beitragen, etwas eurer Energie - jede Reinigung, Wartung und Regalbefüllung zehrt an euren Energiereserven. Hier ist haushalten angesagt, oder euch geht regelrecht die Puste aus. Dann müsst ihr auf die Regeneration eurer Energie warten, ihr erhaltet minutenweise kleine Mengen zurück.

Über den Energiehaushalt bildet das Spiel also die Herausforderung ab, eine Mall nicht nur mit möglichst breit gefächerten Angeboten vollzustopfen, sondern sie so zu entwickeln, dass sich ihr Management energetisch schultern lässt. Denn alles, was ihr unter euer Dach holt, muss in Top-Zustand gehalten werden, oder es macht sich Unzufriedenheit unter der Kundschaft breit.

Jeder Spieler steht Level für Level vor der Aufgabe, ein regelbares Niveau auszuloten. Denn eure Energieversorgung hängt mengenmäßig direkt von eurer erreichten Erfahrungsstufe ab, während der Energieverbrauch direkt von der Anzahl eurer Geschäfte und dem Aufwand zum Erhalt der Top-Qualität abhängt. Ihr könnt mit auf einem neuen Level die Mall erweitern. Prinzipiell ist es aber möglich, sich mit zu vielen Angeboten an die Kunden energetisch zu überfordern - mit dem Resultat das leere Regale, Schmutz und defekte Springbrunnen eure Besucher abstoßen.


Ein attraktives Gesamtbild

Natürlich zahlt sich der ganze Aufwand auch finanziell aus: in regelmäßigen Abständen werfen die Geschäft ihren dynamischen Gewinn ab, den ihr euch per Klick in die Tasche steckt. Dynamisch ist der Gewinn deshalb, weil die Ausgaben der Kunden von vielen Faktoren abhängen. Auf die ganze Mall bezogen steht die Shopvielfalt an erster Stelle. Sauberkeit, Wegverbindungen und Zugang zu Toiletten und einwandfreie Wartung spielen aber eine ebenso große Rolle für die Zufriedenheit. Zu ihr tragen auch auf den Wegen untergebrachte oder eigenständige Dekorationselemente bei. Die jeweiligen Einzelwerte werden zu einem Gesamteindruck zusammengerechnet, der die Attraktivität eures Einkaufskomplexes für Besucher beschreibt.

Unter anderem bevölkern alte Damen, gut betuchte Fashion-Victims und Kinder eure Shopping-Oase. Einzelne Kunden lassen ihre Wünsche als schwebende Denkblase erkennen, sind viele auf der Suche nach einem Reisebüro oder Fast Food, solltet ihr die Erweiterung eurer Mall in Erwägung ziehen. In der Marktforschungsabteilung könnt ihr euch für eure Pläne Rückendeckung holen, sie deckt außergewöhnliche Shopping-Trends auf.

Leider zieht ein florierendes Center auch störende Ladendiebe an. Sie sind so überzeichnet animiert, dass man sie aus dem Orbit erkennen könnte. Sie schleichen auf Zehenspitzen durch euer Center und sind per Klick dingfest zu machen. Die Idee mit den Dieben ist an sich ein interessantes Feature, das hoffentlich noch ausgebaut wird. Denn eine Jagd nach weniger offensichtlichen Langfingern wäre sicher spannend. 


Premium-Komfort und Social-Gaming

Die Premiumwährung der an sich kostenlos spielbaren Simulation ist Gold. Mit ihr erhält man Zugang zu exklusiven Geschäften, Restaurants und Dekorationen. Zudem misstrauen sämtliche Handwerker, Gärtner, Reinigungskräfte und Sicherheitsleute dem Wert der MallDollar und arbeiten stattdessen ausschließlich für Edelmetal. Gold ist aber nicht nur der Schlüssel zu mehr Komfort durch Hilfskräfte, sondern eröffnet euch auch eine engagiertere Marktforschung. Die erkennt Trends nun auch schon vor deren Eintreten und beschert so sagenhafte Gewinne.

Die Rangliste des Browserspiels erlaubt einem, seine Erfolge unter gut einem halben Dutzend Aspekten mit der Community des Spiels zu vergleichen. Wer hat die meiste Erfahrung im Biz, wer hat das beste Händchen für Finanzen? Wen diese Fragen umtreiben, kann hier die jeweils besten Spieler ausfindig machen und sich vielleicht ein paar Tipps abholen. Dafür steht euch das Nachrichtensystem offen.

Zudem könnt ihr Freundschaftseinladungen aussprechen oder annehmen, Freunde erscheinen dann in einer Liste am unteren Bildrand. Ihr dürft euch gegenseitig in euren Kaufhäusern besuchen und aushelfen, zum Beispiel indem ihr Schmutz oder Ladendiebe wegputzt. Später könnt ihr aber auch Waren handeln. Für geschlossene Freundschaften schüttet das Spiel übrigens täglich einen Erfahrungspunkte-Bonus an euch aus.